Amberg (kreisfrei), ca. 2 km nordöstl. der Stadt im Stadtforst Amberg (Waldabteilung ‘Wagrain’, Pl.-Nr. 2905), ca. 600 m nördl. der Maria-Hilf-Wallfahrtskirche, südl. des ‘Aschacher Weg’, in der Nordostecke eines ehemaligen Pflanzgartens, abseits der Wege, Steinkreuz (derzeit kein aktuelles Foto verfügbar)

Obertägige Maße: Höhe 0,75 m, Br. (0,50), T. 0,25, durch Abbruch eines Armes verstümmeltes, zeichenloses Steinkreuz aus Kalkstein, um 1977 tief im Boden steckend, standortbedingt wenig bekannt (Verf.)

‘Am Osteck des 600 m nördlich der Rodelhütte und südlich des Weges nach Aschach ringsum von Wald eingeschlossen Feldes fiel ein französischer Oberst; ein 8 m oberhalb der einzelnen Eiche stehendes Steinkreuz bezeichnet diese Stelle.’ A. Dollacker, der diese Zeilen schrieb, äußerte sich später hierzu: ‘Ein von Aschach kommender Bauer, wohl ein österreichischer Spion, wurde von einem französischen Reiter verfolgt und flüchtete dann ins Unterholz. Beim Nachdringen des Reiters stieß er sich einen spitzigen Ast in den Hals und starb, weshalb das Steinkreuz an der Stelle errichtet wurde.’

‘Dieses Steinkreuz stand früher im Acker des Landwirtes Ringer, der es dann mit seinem Ochsengespann herausreißen ließ und es an den Rand des Feldes stellte. Das Feld erwarb später die Stadt Amberg und ließ es mit Waldbäumen bepflanzen, so daß das Steinkreuz heute mitten im Wald steht.’ (A. Bunzl, 1976) (Textkopie Lit. Rainer H. Schmeissner, 1977)

Quellangaben: Lit.: 1. Rainer H. Schmeissner, Steinkreuze in der Oberpfalz, Regensburg 1977, S. 136-137, Nr. AM-SUL 3 Amberg-Stadt, daraus: 2. Hans Jungwirth, Steinkreuze und Martern um Amberg, in: Das Steinkreuz - Mitteilungsblätter der Deutschen Steinkreuzforschung (DSF) 2, 1934, S. 18-20, 3. Anton Dollacker, Amberger Büchl, 2. Heft, 1935, S. 15, 4. A. Bunzl, in: Zulassungsarbeit für 1. Prüfung Lehreramt an Volkshochschulen usw. Regensbuch, UNI München 1976/II S. 53

verschollene Objekte:

Amberg: 1. Steinkreuz, Benennung: ‘Felsenkreuz’ (Volksmund), auf dem Maria-Hilf-Berg, rechter Hand des Kreuzweges unterhalb der südlichen Klostermauer. Vermutlich Steinkreuz aus Kalkstein, das in einen Felsen eingelassen war. Heute ziert ein jüngeres Kreuz diesen Felsen. ‘Ein französischer Offizier soll hier, womöglich nach der Schlacht um Amberg, seine letzte Ruhe gefunden haben.’ (Textkopie Lit. R. H. Schmeissner, 1977 s.o. S. 137, Nr. AM-SUL 4 Amberg-Stadt, daraus: 2. Oberpfälzer Jura 10, 1959, Nr. 9

Amberg: 2. Steinkreuz, Benennung: ‘Franzosenkreuz’ (Volksmund), am Verbindungsweg von Amberg nach Eglsee (westl. Stadtteil von Amberg), verwittertes Sandsteinkreuz mit Wetzrillen

‘...weil dort bei den Kämpfen 1796 ein französischer Offizier gefallen und beerdigt worden sein soll. Nach anderer Lesart sollen aber dort zwei Bauern wegen der Grenze der Felder in Streit geraten sein, den sie mit ihren Sensen ausfechten wollten. Dabei sollen sie sich gegenseitig tödliche Wunden beigebracht haben.’ (Textkopie Lit. R. H. Schmeissner, 1977 s.o. S. 137-138, Nr. AM-SUL 5 Amberg-Stadt, daraus: Hans Jungwirth, 1934 s.o. S.18)

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