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Auerbach, Vogtlandkreis, A/B/C/D: Außenanlage Museum Auerbach (Lapidarium) 'Schloßstr. 11', an der Nordseite des Gebäudes im Abstand von 2 m, 4 Steinkreuze, Material: Granit (Standort ab Nov. 2010; vorher, seit dem Jahre 1924, im südl. Teil des Stadtparkes, oberhalb 'Alte Rodewischer Straße) |
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Die Auerbacher Steinkreuze (Fotos vorheriger Standort) |
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'Gleichfalls zu ihrem besonderen Schutze und in recht sachgemäßer Weise sind neuerdings in Auerbach i. V. 4 Kreuze fern von ihren Fundorten untergebgracht worden. Um 1870 standen sie einzeln oberhalb der Schmiede an der Sorgaer Straße, an der Göltzschbrücke (Abb. 54) und an der Reumtengrüner Straße in der Nähe vom Gasthaus Hans Balzer auf der Höhe. Der verstümmelte Rest des letzten befindet sich zusammen mit einem schönen Radkreuz (Abb. 55), das man im Jahre 1912 bei Ausschachtungsarbeiten in der Nähe des Friedhofes auffand, im neuangelegten Stadtparke, während die beiden andern mehrere Jahrzehnte lang in der häßlichen Ufermauer des Göltzschbaches unmittelbar neben einem Kloakenausflusse eingemauert und kaum noch sichtbar waren; auch diese hat der Bürgermeister im Jahre 1924 schließlich herausnehmen lassen, so daß sie heute eine Sehenswürdigkeit der Stadt bilden (Abb. 57)' (Textkopie Lit. Dr. G.A. Kuhfahl, 1928, S. 86, 91, 94, 95, 96) |
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Die Aufstellung am heutigen Standort erfolgte in gleicher Reihenfolge von links nach rechts, wie an vorheriger Stelle im Stadtpark. Das Foto von 1925 (s.u.) belegt den damaligen Standort der Denkmalgruppe (Verf.) |
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Steinkreuz A (l.): Obertägige Maße: Höhe 1,14 m, Br. 0,90, T. 0,23 (vorheriger Standort), Das Steinkreuz (Radkreuz) mit gerundeten, zurückgesetzten Kreuzarmwinkelstützen, die etwa eine gedachte Kreislinie ergeben, ist nicht exakt symmetrisch gearbeitet, es ist in sich nach links gebeugt. Kopf, Arme und Schaft verbreitern sich nach außen. Die Vorderseite zeigt die eingetiefte Darstellung eines auf der Spitze stehenden Schwertes mit gerader Parierstange und rundem Knauf. Geringfügige randumlaufende Beschädigungen. Das Denkmal wurde 1912 bei Straßenausbau 'Hohe Straße' im Bereich des neuen Auerbacher Friedhofs im Erdreich aufgefunden - 'unterhalb der Anhöhe zwischen Hoher Straße und Kohlenstraße, dem früheren Galgenberg' (Sächsisches Meilenblatt [Berliner Exemplar] Bl. B 171: Auerbach...1792). Der Galgenberg, die mittelalterliche Gerichts- bzw. Richtstätte der Stadt Auerbach dürfte die markante Anhöhe sein, die ca. 80 m südlich des südlichen Grundstückszauns des Friedhofs liegt, am Nordrand des heutigen Solarparks, etwa halbwegs zwischen Hoher Straße und Kohlenstraße. Das Kreuz mit Schwertdarstellung, Zeichen des mittelalterlichen Hochgerichtes (wikipedia.org-wiki-Hochgericht), könnte durchaus einst als Gerichtskreuz die Richtstätte des sog. 'Planitz-Gericht' (Kurzbezeichnung) angezeigt haben, das die Hochgerichtsbarkeit ausübte. Es gehörte zur Herrschaft des Adelsgeschlechtes der 'Herren von der Planitz' (Zwickau, 13.-16. Jh.). Teilnehmer bzw. Teilhaber waren die vier Auerbacher Rittergüter, die da waren die Rittergüter Ober- u. Unteren Theils (Bereich Museumsgebäude am Burgberg, ab 1744 schriftsässig), das Rittergut Hohengrün (Ortsmitte) und das Rittergut Sorga (Schönheider Straße), die das 'Planitz-Gericht' als gemeinsame Gerichtsverwaltung bildeten, auf denen zwischenzeitlich verschiedene Adelsfamilien saßen, u.a. die Herren von Bünau. Das Gericht tagte im heutigen Gebäude der Pension 'Zum Kerkermeister' (Kellergewölbe 14. Jh.) am oberen Altmarkt. Gegenüber am oberen Altmarkt das spätere 'Alte Amtsgericht' (Kellergewölbe 14. Jh.) mit dem Sitz der 'Amtshauptmannschaft' Auerbach. Das städtische Gericht tagte im alten Rathaus am Altmarkt (wikipedia.org-wiki-Geschichte Auerbach m. KI-Übersicht). |
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Anmerkung: Aus mündlicher Konversation um 2010 wurde durch die Museumsleitung behauptet, der Fundort des Kreuzes liege im Bereich des alten Auerbacher Friedhofs bei der 'Nicolaikirche' an der Straße nach Rodewisch. Für diese Angabe existieren keine Belege in der bekannten Literatur bzw. widersprechen den verbürgten dortigen Angaben (Verf.) |
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Steinkreuz B: Höhe 0,98 m, Br. 0,34, T. 0,22 (vorheriger Standort), Fragment eines Steinkreuzes, das noch um 1870 an der Reumtengrüner Straße beim ehem. Gasthaus Hans Balzer (Feldschlösschen) auf der Höhe gestanden haben soll (alter Straßenverlauf, heute verändert). In unmittelbarer Nähe gab es ein altes Wegekreuz. Die Höhenstraße oberhalb des Göltzschtales zwischen den Orten Falkenstein und Rodewisch wurde hier von der alten Heerstraße Schneeberg-Plauen gekreuzt ('Plauensche Straße' aus Auerbach, an der auch das Kreuz stand). Dieser Standort deutet auf ein altes Straßengericht der Auerbacher Gerichtsverwaltung hin, das von diesem Steinkreuz angezeigt wurde (Verf.) |
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Steinkreuz C: Höhe 0,90 m, Br. 0,75, T. 0,28 (vorheriger Standort), Gleichmäßig gearbeitetes Steinkreuz lat. Form mit Beschädigung eines Armes. Das Denkmal stand noch um 1870 an der Sorgaer Straße, oberhalb der ehemaligen Schmiede (Bereich der ehemaligen Gaststätte 'Zur Bleibe'), damit an der alten Heerstraße, die von Plauen her über Auerbach-Schneeberger Tor- Rittergut Sorga-Rützengrün und Wernesgrün nach Schneeberg, Erzgeb. führte. Nur einen Steinwurf weiter befand sich wiederum ein altes Wegekreuz auf der Höhe. Hier münden die Altstraßen aus Schönheide (Erzgeb.) über Vorwerk Brunn sowie vom Vorwerk Hinterhain in die Heerstraße ein, die vorbei am Rittergut Sorga mit Abzweig 'Kohlenstraße' nach Rodewisch (Rittergut Obergöltzsch, Wasserburg 12. Jh.) zunächst ins Tal der Pöltzsch zieht. Das Denkmal befand sich zwischenzeitlich beim nachfolgenden Steinkreuz in Auerbach an der Göltzschbrücke der 'Plauensche Straße' (Zeichnung E. von Cotta) |
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Steinkreuz D: Höhe 0,93 m, Br. 0,80, T. 0,22 (vorheriger Standort), etwa gleicharmiges Steinkreuz mit betont nach außen verbreiterten Balken, wird auch nach der Form als sog. Tatzenkreuz bezeichnet. Das Denkmal wurde 1883 aus der abgebrochenen und durch einen Neubau ersetzten Göltzschbrücke an der Plauenschen Straße geborgen, in der es sichtbar eingemauert gewesen war. Wie oben erwähnt befand sich zwischenzeitlich das Steinkreuz C ebenfalls an diesem Standort. Bereits seit dem frühen Mittelalter sind Steinkreuze zuweilen an oder auf Brücken bekannt oder wurden dort aufgefunden (Meißen/SN, Burgbrücke-Bielabrücke Königstein/SN-Wesenitzbrücke Lohmen/SN). Sie werden ursprünglich den göttlichen Brückenschutz oder-frieden angezeigt haben im Sinne des alten Straßen- und Gewässerfriedens. In späterer Zeit trat wohl der Brückenheilige Nepomuk in gleicher Funktion an ihre Stelle. Vor diesem Hintergrund waren wichtige Brücken verehrte Orte, an denen sog. 'Brückengerichte' tagten (wikipedia.org-wiki-Brückengerichte-Zölle, Wegerechte usw.). Das Steinkreuz wird ein städtisches Brückengericht angezeigt haben (Verf.) |
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Quellangaben: Lit.: (alle Kreuze) 1. Prof. Dr. C. Gurlitt, Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königsreichs Sachen, Dresden 1882-1923, daraus: Dr. R. Steche, Heft 1-15 (Heft 9: Amtshauptmannschaft Auerbach), 2. Dr. G. A. Kuhfahl, Die Alten Steinkreuze in Sachsen, Dresden, 1928, S. 86, 91-96, 213 Nr. 5, daraus: Kopie Zeichn. v. E. v. Cotta, 3. Dr. G. A. Kuhfahl, Nachtrag zum Heimatschutzbuch in Sachsen von 1928 (1936) S. 45 Nr. 54, 4. Stephan Altensleben, Rätselhafte Steinkreuze - Die Entdeckung ihrer wahren Bedeutung, Langenweißbach 2023, S. 32, 124-125, 166, 167, 177, 179, 180, 202, 291 Abb. 294, Internet: Verf. frei nach wikipedia.org u. KI-Übersicht |
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