kopie lit. g. mueller-h. quietzsch 1977 kopie lit. g. mueller-h. quietzsch, 1977
kopie urheber rumtreiber 123

Kreischa, OT Bärenklause, Lkr. Sächsische Schweiz - Osterzgebirge, nordwestl. vom Ort, ca. 250 m westl. der 'Babisnauer Straße', im Bereich des östl. Endes der untersten (südlichsten) mit Niederholz bewachsenen Geländeterrasse, nahe eines Hochstandes, Flur: 'Golich', Steinkreuz

Obertägige Maße: (aktuell unbekannt) Steinkreuz lat. Form aus Sandstein mit gerundet abschliessenden Enden und geradliniger Schafterweiterung; beidseitig mit Inschriften versehen; nach der Überlieferung ist hier am 18. Dezember 1750, auf der Richtstätte 'Golich', die 24jährige Rosina Heschelin, Magd aus Gombsen, wegen Kindesmord mit dem Schwert enthauptet worden (Enthauptung = lat.: Decollation) (Verf. frei nach Lit. G. Müller-H. Quietzsch, 1977)

Ang. Lit. G. Müller-H. Quietzsch, 1977:

Westnordwestlich vom Ort, genau auf der Flurgrenze mit Babisnau, etwa 100 m östlich eines 'Gründels', auf der untersten Geländeterrasse. 1 Steinkreuz. Golich (Flurname). Arme und Kopf gerade mit im Umriß gerundeten Kanten, Schaft zur Kreuzung zu verjüngend. Sandstein. O-W (Ausrichtung). N-Seite, im Kopf eingeritzt: Z B (= zu Bärenklause oder zu Babisnau); in Armhöhe eingeritzt: d. 18. December / Anno 1750 (= Datum der Hinrichtung). S- Seite, im Kopf eingeritzt: R H (=Rosine Heschel); in Armhöhe eingeritzt: DECOLLATA (= Die Enthauptete). Höhe: N-Seite 60 cm, S-Seite 67 cm, Breite: 63 cm, Stärke: 21 cm. Datierung 1750. Alte Abschläge an den Armkanten und am Kopf, allgemeine oberflächliche Verwitterung. Keine Gefährdung. Geschützt seit 5. 9. 1972. Bedeutung: Nach Staatsarchiv Dresden, Amtsgericht Dippoldiswalde Nr. 121: Acta Inquisitionis contra Rosina Heschelin ... de Anno 1750, war die 24jährige Magd aus Gombsen wegen Kindesmord hier an der Hinrichtungsstätte, dem Golich, durch das Schwert enthauptet worden. Das Kreuz, also kein Sühnekreuz, setzten vermutlich Eltern und Jugendfreunde. Wahrscheinlich ist die Hingerichtete hier begraben worden. Sage: Die Angaben über den gleichzeitigen plötzlichen Tod des Vaters des begleitenden Pfarrers sind nachweislich sagenhaft. Geschichtlicher Nachweis s. Bedeutung. Da das Kreuz wiederholt umgeworfen worden war, wollte man es 1936 in den Park des ehemaligen Rittergutes Bärenklause versetzen. Endlich wurde es 1955 unter der Leitung von Edgar Rudolph von Freitaler Natur- unf Heimatfreunden nahe dem ursprünglichen Standort wieder aufgestellt. Bei Kuhfahl und anderen unter Kleinkautzsch. Altbekannt. (Textkopie Lit. G. Müller-H. Quietzsch, 1977)

Quellangaben: Lit.: 1. Gerhardt Müller-Harald Quietzsch, Steinkreuze und Kreuzsteine in Sachsen, Inventar Bezirk Dresden, Berlin 1977, S. 138-141, Nr. 83 Bärenklause, Ot. von Bärenklause-Kautzsch, Kr. Freital, Mbl. 5048 (82), N 13,35 / O 19,75 m. Abb. 102-103 (Kopien), daraus: 2. G. A. Kuhfahl, Die alten Steinkreuze in Sachsen, Dresden 1928, Nr. 121 u. Nachtrag zum Heimatschutzbuch von 1928 (1936), Nr. 133, 3. M. Eckardt, Das Mordkreuz bei Klein-Kautzsch, in: Bergblumen, 1888, 3. Jg. Nr. 12, S. 90-91 m. Abb., 4. E. Hildebrand, Das Mordkreuz bei Klein-Kautzsch, in: Bergblumen (illustrierte Blätter der Section Strehlen des Gebirgsvereins für die Sächsisch-Böhmische Schweiz) 4. Jg., Nr. 10, S. 79, 5. H. Küchler, Vergessene Winkel in Babisnau, in: Über Berg und Tal, 1934, 57. Jg. Nr. 8, S. 116-117, 6. G. Müller, Die alten Steinkreuze, in: Jugendblätter zur Heimatkunde für Sächs. Schweiz u. Osterzgeb., 1934, 8. Jg. Nr. 9-10, S. 65-80, 7. E. Rudolph, Die Steinkreuze des Kreises Freital, in: Kulturleben Kr. Freital, 1955, Okt. S. 4-6 u. Nov. S. 3-6 u. Kulturdenkmale des Kreises Freital, Die Wiederherstellung des Steinkreuzes in Bärenklause, 1955, Dez., S. 8 m. Abb. u. Zum Tode mit dem Schwert - gemildert, in: Sächs. Zeitung, Kr.-Ausg. Freital, 1965, 24./26. Febr. u. 1. März u. Das Gedenkkreuz in Bärenklause, in: Windberg-Kurier, 5. Jg. Nr. 14

Internet: 1. ...wikipedia.org-wiki-Liste der Bodendenkmale in Kreischa, OT Bärenklause: besonderer Stein, Steinkreuz, Neuzeit, westnordwestlich des Orts, westlich der Straße nach Babisnau, östlich eines Grunds, untere Ackerterrasse, Inschrift mit Jahreszahl 1750, auf der Flurgrenze mit Babisnau, Schutz seit 5. September 1972, daraus: Fotokopie, Urheber: ‘Rumtreiber 123’ (Eig. Werk) Liz.-Nr. CC BY-SA 4.0

c.2021 www.kreuzstein.eu