kopie lit. g. mueller-h. quietzsch 1977

Beiersdorf, Lkr. Görlitz, A: im Ort, in der südl. Ecke des Anwesens 'Auestraße Nr. 7' (Straße zur ev. Lutherkirche), nördl. 'Alter Graben', Steinkreuz

Obertägige Maße: (aktuell unbekannt), Steinkreuz lat. Form aus Sandstein mit armunterseitigen, zurückgesetzten Winkelstützen; auf dem Scheitel des Kopfes näpfchenförmige Eintiefungen, die als Abriebsmale deutbar sind sowie nach außen abgeschliffene Armoberseiten, die durch das Abziehen mittelalterlicher Hieb- oder Stichwaffen entstanden sein könnten (Brauchtum: zum Schärfen und vermeintliche Kraftübernahme)  s. Einf. (Verf.)

Geschichte
Die Gründung der Ansiedlung Beiersdorf erfolgte offenbar nach 1200 in der Zeit der bäuerlichen deutschen Landnahme durch Lokatoren. Bei seiner ersten urkundlichen Erwähnung am 21. Januar 1272 wird der Ort als bischöflich-meißnisches Zinsdorf aufgeführt, zusammen mit den Dörfern Cunewalde, Spremberg und Niederfriedersdorf. Vom Jahr 1559 an war Beiersdorf kursächsisch und gehörte zum Stolpener Amt. Das Rittergut Beiersdorf hatte sich erst allmählich entwickelt -  '1566 erstmals urkundlich nachgewiesen. Um 1696 haben zwei Rittergüter bestanden, die in den folgenden Jahren wieder zu einem Rittergut Beiersdorf vereinigt wurden' (sachsens-schloesser.de-beiersdorf-rittergut-beiersdorf). 1489 wurde Hans von Rechenberg auf Oppach durch den Bischof Johann von Meißen mit Beiersdorf belehnt. Seitdem bis ins 17. Jahrhundert verblieb das Dorf im Besitz der Rechenbergischen Familie (wikipedia.org-wiki-Geschichte-Beiersdorf)

Beiersdorf lag an wichtigen Altstraßen. Die von der Elbefurt bei Strehla kommende 'Alte Salzstraße' überquerte bei Kirschau (Schirgiswalde) die Spree und gabelte sich dann bei Rumburgsborn (Strahwalde) in eine östliche und südliche weiterführende Variante. Der östliche Weg zog über Crostau, Beiersdorf, Rumburgsborn  nach Radmeritz an der Neiße (Radomierzyce, Polen), der südliche Weg als 'Alte' und 'Hohe Straße' nach Ostritz, Neiße. Zuvor zweigte die 'Hintere Straße' nach Zitta ab. Aus nordwestlicher Richtung trafen im Ort der 'Obere' und 'Niedere Steinweg' ein (Sächsisches Meilenblatt, Freiberger Exemplar, Bl. F 357: Oppach, 1804). In der Bachaue im südwestlichen Ortsteil ist der sog. 'Sattelhof' als Rittergut freien Eigens nachweisbar, das wohl von daher schriftsässig war. Noch heute zeugt der 'Gerichtskretscham' an der 'Löbauer Straße', ein altes Dorfgasthaus mit Sitz des einstigen Schultheißen-Dorfgerichts (baulich nicht ursprünglich), von der örtlichen grundherrlichen Gerichtsbarkeit. Das im Bereich des Ortskernes gefundene Steinkreuz wird mit großer Wahrscheinlichkeit als Gerichtskreuz eine der örtlichen Gerichtsbarkeiten angezeigt haben (Verf. frei nach Lit. S. Altensleben 2023)

'In der Ortsmitte, westlich am Weg vom ehemaligen Bahnhof zur Kirche, im Garten vom Haus Nr. 61, noch nördlich vom Bach, in Höhe des Wegeabzweigs nach Ost. 1 Steinkreuz. Kopf und Schaft gerade, untere Armkanten waagerecht, obere Armkanten nach außen fallend, untere Armwinkel vertieft durch konsolartige Stützen ausgefüllt. Sandstein (Kuhfahl: Granit). O-W (Ausrichtung). Neuerdings mit Farbe zwei gekreuzte Degen auf die Südseite gemalt. Höhe: S-Seite 81 cm, N-Seite 97 cm, Breite: 68 cm, Stärke: 24 cm. Arme und Kopf durch Abnutzung stark abgerundet. Keine Gefährdung, Beeinträchtigung durch vorgesetzten Lattenzaun. Geschützt seit 22. 10. 1970. Sage: Zweikampf 1662 zwischen dem Besitzer von Oberbeiersdorf, Hans Caspar von Rechenberg, und Siegmund von Gersdorf aus Kittlitz, um eine Frau, wobei Rechenberg tödlich verwundet wurde (Begebenheit läßt sich nicht mit dem Steinkreuz identifizieren !). Das Kreuz wurde 1931, weil es tief eingesunken war, an die jetzige Stelle gesetzt. Vorher 3 m südlich der SW-Ecke des Wohnhauses. Altbekannt'(Textkopie Lit. G. Müller-H. Quietzsch, Steinkreuze und Kreuzsteine in Sachsen, Inv. Bezirk Dresden 1977, Nr. 145, S. 228-229 m. Abb. 173, Kopie)

Quellangaben: Lit.: 1. Gerhardt Müller-Harald Quietzsch, Steinkreuze und Kreuzsteine in Sachsen, Inventar Bezirk Dresden, Berlin 1977, s. 228, Nr. 145 Beiersdorf, Kr. Löbau, Mbl. 4953 (71), N 12,55 / W 10,5 m. Abb. 173 (Kopie), daraus: 2. G. A. Kuhfahl, Die alten Steinkreuze in Sachsen, Dresden 1928, Nr. 10 u. Nachtrag zum Heimatschutzbuch von 1928 (1936), Nr. 12, 3. E. W. Probst, Altes Steinkreuz in Beiersdorf bei Löbau, in: Saxonia, Zeitschrift für Geschichts-, Alterthums- und Landeskunde des Königr. Sachsens, 1879, S. 54, 4. A. Moschkau, Die alten Steinkreuze in Löbau, Bautzen, Camenz und deren Umgebung, in: Neues Lausitzisches Magazin, Görlitz 1882, S. 425-430, 5. Schulze, In Beyersdorf befindet sich ... Steinkreuz, in: Mitth. des Vereins für Sächs. Volkskunde, 1899, Bd. 1, H. 9, S. 16, 6. J. Naumann, Steinkreuze und Kreuzsteine von Bautzen und Umgegend, Bautzen 1909, S. 27 m. Abb. 63, 7. BKD, 1910, Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, Bd. 1-15, bearb. v. R. Steche, Bd. 16-41 v. C. Gurlitt, Dresden 1882-1923, Bd. 34, S. 7 m. Abb. 5-6, 8. W. v. Boetticher, Geschichte des Oberlausitzischen Adels und seiner Güter 1635-1815, Bd. 1, Görlitz 1912, S. 488 u. gl. Titel, Bd. 2, Görlitz 1913, S. 551, 9. E. Seidel, Ein Beitrag zur oberlausitzer Heimatkunde, Das Sühnekreuz von Beiersdorf am Bieleboh, in: Oberlausitzer Heimatzeitung, 1932, Nr. 5, S. 74, 10. Unsere Heimat, Sonntagsbeil. zum Sächsischen Erzähler, Bischofswerda 1934, Nr. 16, 11. Oberlausitzer Erzähler, Beibl. zur Oberlausitzer Tageszeitung, Neugersdorf 1936, 31. Dezember, 12. Stephan Altensleben, Rätselhafte Steinkreuze - Die Entdeckung ihrer wahren Bedeutung, Langenweißbach 2023, S. 207 

Internet: 1. wikipedia.org-wiki-Liste der Bodendenkmale in Beiersdorf: besonderer Stein, Steinkreuz, Spätmittelalter, Ortsmitte, westlich am Weg vom ehemaligen Bahnhof zur Kirche, nördlich des Bachs, Auestraße 7, Schutz seit 22. Oktober 1970 (o.F.), 2. wikipedia.org-wiki-Liste der Kulturdenkmale in Beiersdorf: Mord- und Sühnekreuz, Auestraße 7 (bei), Ecke Tannenhofstraße, Bezeichnet mit 1663, Ortsgeschichtlich von Bedeutung, ID 08961293 (o.F.)

urheber: t. sobczyk-a. bueltemeier

Beiersdorf B: nordwestl. des Ortes im Waldgebiet Bereich Gemarkungsgrenze Cunewalde bzw. 400 m Luftlinie nordöstl. des Gipfels des 'Bieleboh' (günstig erreichbar: die 'Bielebohstraße' erreicht nordwärts kurz hinter der Siedlung Zwenke einen Wanderplatz an der Kreuzung mit Zufahrt links zum 'Hotel Bergwirtschaft Bieleboh', hier ist dem weiter in Richtung Norden führenden Weg ca. 300 m zu folgen und dann über ausgeschilderten Pfad ca. 40 m nach rechts, Osten, zum Standort), Gedenkstein, Benennung: 'Mordstein Dorothea Herbrig'

Beiersdorf B: nordwestl. des Ortes im Waldgebiet Bereich Gemarkungsgrenze Cunewalde bzw. 400 m Luftlinie nordöstl. des Gipfels des 'Bieleboh' (günstig erreichbar: die 'Bielebohstraße' erreicht nordwärts kurz hinter der Siedlung Zwenke einen Wanderplatz an der Kreuzung mit Zufahrt links zum 'Hotel Bergwirtschaft Bieleboh', hier ist dem weiter in Richtung Norden führenden Weg ca. 300 m zu folgen und dann über ausgeschilderten Pfad ca. 40 m nach rechts, Osten, zum Standort zu folgen), Gedenkstein, Benennung: 'Mordstein Dorothea Herbrig'

Obertägige Maße: Höhe 80 cm, Br. 35 cm, T. 20 cm (Lit. T. Sobczyk/A. Bültemeier), nach oben verjüngter Granitblock, von mehren kleineren Granitsteinen grabähnlich eingefriedet, mit der eingetieften Inschrift: 'A D H / 1781' (Verf.)

Geschichte
Am 20. November 1781 wurde hier die aus Beiersdorf stammende 75-jährige Anna Dorothea Herbrig auf dem Heimwege von Cunewalde Opfer eines grausamen Raubmordes. Erstochen und ausgeraubt wurde ihre Leiche von Passanten aufgefunden. Weil sich das Verbrechen auf Cunewalder Flur ereignete wurde sie nach den damaligen Bestimmungen auch in Cunewalde beerdigt. Der Raubmord konnte nie aufgeklärt werden (Verf. frei nach Lit. T. Sobczyk/A. Bültemeier)   

Quellangaben: Lit.: 1. Thomas Sobczyk/Andreas Bültemeier, Denkmale in den Oberlausitzer Wäldern, 2016, Oberlausitzer Verlag, Spitzkunnersdorf, S. 393-395 m. Lagekarte, Beschreibung u. Foto (Kopie), Internet: 1. geocaching.com-Mordgedenkstein m. Foto

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