standort ehem. gasthaus zu den sieben trappen

Ronnenberg, OT Benthe, Region Hannover, 300 m nördl. der Nenndorfer Landstraße (B 65) im Winkel Sieben-Trappen-Straße / Hermann-Löns-Straße, ‘Sieben Trappen’ (aus 8 Objekten bestehende Denkmalgruppe, vorher unmittelbar östl. des ehem. Gasthauses ‘Zu den Sieben Trappen’ auf dem Grünstreifen zwischen Grundstücksgrenze und Bundesstraße (alle Sandstein, s.v.l.n.r.-Rückseiten darunter)                                              

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A: Obertägige Maße: Höhe 1,10 m, Br. 0,61, T. 0,15, Kreuzstein, oben abgerundet, Vorderseite eingerillt lat. Balkenkreuz mit geschweiften Enden, Rückseite got. Nasenkreuz; als 8. Stein später dazu gekommen, B: Höhe 1,06 m, Br. 0,62, T. 0,19, Kreuzstein, abgeschrägte Ecken als Abwetzmale deutbar, s. Einf., beidseitig lat. Balkenkreuz eingerillt, dessen Längsbalken den Querbalken durchtrennt (Verf.) C: Höhe 1,04 m, Br. 0,68, T. 0,22, Kreuzstein, beidseitig ein griech. Kreuz auf vertiefter Kreisfläche herausgearbeitet; im Kreuzungsfeld der sich nach außen verbreitern den Balken je ein gleicharmiges kleines Kreuz eingerillt, Schrägabschlag am Kopf, D: Höhe 1,05 m, Br. 0,68, T. 0,24 Kreuzstein, beidseitig griech. Kreuz in Kreislinie eingerillt; kleines gleicharmiges Kreuz in den Kreuzungsfeldern; am Kopf Abwetzmal deutbar, s. Einf. (Verf.)

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E: Höhe 1,03 m, Br. 0,57, T. 0,18, Kreuzstein mit rundem Oberteil, nach unten verbreiterter Schaft; Vorderseite nasenbesetztes, got. Kreuz im Relief; Rückseite stark verwittert, Balkenkreuz deutbar; Kopfteil arg beschädigt, F: Höhe 1,0 m, Br. 0,68, T. 0,18, Kreuzstein, Abschlag des rechten Kopfteiles; Vorderseite lat. Balkenkreuz mit geschweiften Enden, das auf doppelter Halbkreisbogenlinie steht; die klassische Darstellung eines Kreuzsteines, das Christuskreuz auf dem Hügel Golgatha; Rückseite arg verwittert, mit Einrillungsfragmenten (Verf.) G: Höhe 0,98 m, Br. 0,73, T. 0,25, Kreuzstein, oben abgerundet, arg verwittert; schwer deutbare Einrillungsfragmente, H: Höhe 1,0 m, Br. 0,56, T. 0,22, Kreuzstein mit rundem Oberteil, nach unten verbreiterter Schaft; Vorderseite gleicharmiges got. Nasenkreuz herausgearbeitet, das in den nasenbesetzten Rand übergeht; Rückseite herausgearbeitetes griech. Kreuz, dessen Kreuzungsfeld von einem schmalen Ring eingefasst ist, Dm. 0,2 m, die Darstellung eines Vortrage- bzw. Vorhaltekreuzes (Verf.)

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es ist gesichert, dass die Kreuzsteine bereits seit Jahrhunderten zusammen stehen; der äußerste linke Stein hebt sich durch seine Längsaufstellung zum Rund der Sieben Trappen hervor, er kam vermutlich im 19. Jh hinzu; aus einer Urkunde der Gräfin Walburgis, Äbtissin zu Wunstorf von 1474, wird ein Stück Land erwähnt ‘bei den sieven crucen’; zwischen der Benther Windmühle und der B 65 wurde eine alte Gogerichtsstätte (Gaugrafengericht) nach gewiesen, in deren Nähe sich nach späteren Schriftstücken die ursprünglich 7 Steine befunden haben sollen; weiterhin wird von 7 unterschiedlich tiefen Erdlöchern oder Erdeindrücken berichtet, anbei je ein Kreuzstein stand; die Entstehung dieser sonderbaren Löcher, im Volksmund Trappen genannt ist bis heute rätselhaft; im 19. Jh. versetzte man die Steine an das Gasthaus Zu den sieben Trappen direkt auf den Grünstreifen rechts des Hauses an der heutigen B 65; seit etwa 1978 steht die Gruppe an ihrem heutigen Standort, am nördl. Rand des südl. Benther Ortsteiles; Sage: vor jenem Gogericht hatte einst ein Bauer unter Eid ausgesagt, er habe seinem Knecht den vollen Lohn ausgezahlt, wenn dies nicht stimme wolle er nach 7 Schritten im Erdboden verschwinden; als er die Gerichtsstätte verließ, sank er wahrhaftig bei jedem Schritt immer tiefer in den Boden und als er den 7. machte versank er unter lautem Donnerknall vollends im Erdboden (Verf.)

detail hinweistafel

Quellangaben: Lit.: 1. Werner Müller-E. H. Baumann, Kreuzsteine und Steinkreuze in Niedersachsen, Bremen und Hamburg, Hameln 1988, S. 84-85 m. Abb. Nr. 3623.5-12, daraus: 2. P. Alpers, Märchen, Sage und Volkslied in Niedersachsen, Celle 1954, S. 59-60, 3. E. D. Baring, Vorrede, Von berühmten Denkmahlen ..., Hannover 1748, S. 89, 4. H. Blume, Kreuzsteine in und um Hildesheim, in: Alt-Hildesheim, Heft 13, Braunschweig 1934, S. 35, 5. H. Böhme, Die Kreuzsteine um Hannover, in: Die Spinnstube, 4. Jg., Nr. 15, Göttingen 24. 7. 1927, S. 231, 6. Fr. Brandes, Steinkreuze und ältere Steindenkmale des Kreises Helmstedt, Braunschweig, Manuskript 1964b, S. 17, 7. F. G. Fiedeler, Das Kirchspiel Gehrden ..., Hannover 1862, S. 145, 169-171, 8. J. U. Görlich, Kreuzsteine, Mordsteine, Galgensteine, Stadtoldendorf 1976, S. 17, 32, 9. A. Hoffmann, Die alten Steinkreuze, Kreuz- u. Denksteine in Niedersachsen, Hildesheim/Leipzig 1935, S. 3, 19 -20, 10. A. Kageler, Bilderchronik des Landes vor dem Deister, Hannover 1935, S. 37, 11. H. Karstens, Niederdeutsche Sagen, Bd. II, Vom Harz zur Heide, Hannover 1964, 121-122, 12. P. Ucla, Les steles discoidales du Languedoc, Paris 1981, S. 72, 13. Ulrich, 1898, S. 345, 14. A. Wipprecht, Kreuzsteine in Niedersachsen, in: Niederdeutsche Heimatblätter, Hannover 1924, S. 85-87, 15. Damm, Die Herkunft der ‘Sieben Trappen’, in: Hannoverscher Anzeiger 27. 6. 1934, S. 12, 16. G. Dierssen, Benther Berg - ein Wanderparadies, in: Hannoversche Allgemeine Zeitung 28. 10. 1982, S. 16; Ortsrat Benthe, Hinweistafel

c.2006

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