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Berlin, Stadtbezirk Mitte, im Bereich am Haupteingang der St. Marien-Kirche, Steinkreuz

Obertägige Maße: (aktuell nicht bekannt), Steinkreuz lat. Form aus hellem Sandstein auf trapezförmigen Sockel verankert; im Kreuzungsfeld 5 Löcher, wo angeblich Halterungen für das ewige Licht eingelassen waren (Verf.)

Vor der Westfassade erinnert ein Sühnekreuz an die Ermordung des Propstes Nikolaus von Bernau 1325 als Parteigänger des Papstes Johannes XXII. durch die Berliner und Köllner Bürger
(wikipedia.org-wiki-Marienkirche-Berlin-Mitte)

Mark Brandenburg und Berlin-Kölln unter den Wittelsbachern
Nach dem Aussterben der märkischen Askanier 1320 übertrug der aus dem Haus Wittelsbach stammende römisch-deutsche König Ludwig IV., ein Onkel des letzten Askaniers Heinrichs II., 1323 die Mark Brandenburg seinem ältesten Sohn Ludwig dem Brandenburger. Von Anfang an war die wittelsbachische Regierung über Brandenburg von starken Spannungen geprägt. 1325 erschlugen und verbrannten die Berliner und Köllner Bürger Propst Nikolaus von Bernau, der als Parteigänger des Papstes Johannes XXII. aus Frankreich gegen den Kaiser auftrat, daraufhin verhängte der Papst über Berlin das Interdikt. Auch in der Folge kam es zu weiteren Spannungen mit der Wittelsbacher Herrschaft. 1349 huldigten im Streit um die Mark 36 brandenburgische Städte dem „Falschen Woldemar“ in der Spandauer Zitadelle, bevor der Wittelsbacher wieder die Oberhand gewann. Ende 1351 ging Brandenburg durch Vertrag an Ludwigs Halbbruder Ludwig den Römer. Dieser gewann 1356 durch die Goldene Bulle die Kurwürde für die Mark Brandenburg. Im 14. Jahrhundert (ab 1360)[23] waren Berlin und Kölln Mitglied in der Hanse. Ludwig der Römer schloss aus Hass gegen seine bayrischen Brüder, mit denen er wegen der Kur und der bayerischen Erbfolge nach dem Tode seines Neffen Meinhard in Streit geraten war, 1363 eine Erbverbrüderung mit Kaiser Karl IV. Diese sollte nach seinem und seines jüngeren Bruders Ottos kinderlosem Tode die Mark Brandenburg Karls Sohn Wenzel zusichern. Ludwig ließ daraufhin die Stände dem Kaiser huldigen. Als Ludwig dann starb, ohne Kinder hinterlassen zu haben, wurde zunächst sein Bruder Otto sein Nachfolger. Ludwig wurde wie seine erste Frau Kunigunde im Grauen Kloster in Berlin beigesetzt
(wikipedia.org-wiki-Geschichte-Berlins-Mark-Brandenburg-und-Berlin Kölln-unter-den-Wittelsbachern)

Nikolaus von Bernau (* vor 1311; † August 1324 oder 1325 in Berlin) war ein deutscher Geistlicher und Propst von Bernau. Er wurde von einer wütenden Menschenmenge erschlagen. Nikolaus wurde 1311 erstmals als Propst von Bernau erwähnt. In den folgenden Jahren war er mehrmals Zeuge in Urkunden von Markgraf Waldemar von Brandenburg. Seit 1320 war er Hofkaplan und Rat von Herzog Rudolf I. von Sachsen, der die Mark Brandenburg nach dem Aussterben der Askanier regierte. Nachdem König Ludwig von Bayern 1323 seinen Sohn Ludwig zum neuen Markgrafen gemacht hatte, stellte sich Nikolaus mit Teilen der Geistlichkeit gegen diesen neuen Landesherrn. Papst Johannes XXII. hatte dessen Ernennung abgelehnt und im folgenden Jahr König Ludwig sogar exkommuniziert. Nikolaus weilte im August 1324 oder 1325 in Berlin bei seinem Amtskollegen Eberhard. Eine wütende Menschenmenge holte ihn aus dem Haus des Propstes, erschlug ihn und verbrannte ihn. Das Feuer wurde noch einmal angefacht, als seine Gebeine noch nicht vollständig verbrannt waren. Der Hintergrund war wahrscheinlich seine Parteinahme gegen Ludwig, während die Berliner für diesen eingestellt waren. Das Sühnekreuz für den Mord an Nikolaus steht heute vor dem Haupteingang der Marienkirche in Berlin. Es ist aus hellem Sandstein gefertigt und enthält fünf Vertiefungen, in denen Halter für das ewige Licht eingelassen waren.
Das Kreuz stand ursprünglich am Ort des Mordes in der Spandauer Straße. Es wurde im 17. Jahrhundert an die jetzige Stelle gebracht, die Authentizität des Kreuzes ist jedoch umstritten. (wikipedia.org-wiki-Nikolaus-von-Bernau)

Quellangaben: Lit.: 1. Brigide Schwarz: Der Mord am Propst von Bernau 1324 und seine Nachgeschichte. In: Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands 64 (2018) S. 3–60, 2. Nikolaus Bernau: Warum die Berliner einst einen Priester erschlugen. In: Berliner Zeitung, 6. Dezember 2016, Internet: 1. wikipedia.org-wiki-Nikolaus von Bernau m. Foto Sühnekreuz vor der Marienkirche in Berlin v. 2.12.2005 (Kopie), Urheber: 'Mk16jheh-commonswiki'

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