steinkreuz breitungen standort
kopie lit. f. stoerzner

Breitungen (Herrenbreitungen), Lkr. Schmalkalden-Meiningen, A: östl. im Ort, in Stützmauer bündig vermauert an der Auffahrt (‘Schloß’ ) von der ‘Hauptstraße’ zum ehem. Klostergelände bzw. ev.-luth. Michaeliskirche (Südseite des Burghügels, Michaeliskirche, ggü. ehem Pfarrhaus) 

Maße: Höhe 0,60 m, Br. 0,48, T. sichtb. 0,12, das Steinkreuz aus Sandstein mit gerundeten Enden weist unterschiedliche Kreuzarmlängen auf und zeigt im plastischen Relief ein lat. Kreuz mit Schafterweiterung bzw. Basis (H. 0,36, Br. 0,27, nach Lit. P. Weber, 1913, Schwertgriff); darüber die eingerillte Jahreszahl 1642 (Verf.)

die 1731 durch Abriss und Neubau des Langhauses mit Aufstockung des Turmes ausgegangene Michaeliskapelle wurde bereits 1183 erstmals urkundlich erwähnt

Textauszüge Lit. Paul Weber, 1913:

Die St. Michaelskapelle und die heutige Dorfkirche: Als im Jahre 1731 die alte Michaelskapelle abgebrochen wurde, damit aus ihren Steinen die helle gräumige Dorfkirche erbaut werden konnte, verschwand damit sicherlich eines der interessantesten mittelalterlichen Bauwerke in der ganzen Herrschaft. Der Chronist Geisthirt hat die alte Kapelle noch gesehen. Er beschreibt sie ‘sehr klein, eng und alt, mit einer Mauer umgeben’ ... Von der Mauer, welche die alte Kapelle umzog, ist nur noch ein Teil des Unterbaues am südlichen Abhang erhalten, worin ein kleines steinernes Grabkreuz mit der Jahreszahl 1642 und einem Schwertgriff (?) eingemauert ist.

Quellangaben: Lit.: 1. Frank Störzner, Steinkreuze in Thüringen, Katalog Bezirke Gera-Suhl, Weimar 1988, S. 122, Nr. 78 m. Abb. 82 (Zeichnung P. Weber, 1913, Kopie), daraus: 2. Paul Weber, Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Cassel (Band 5): Kreis Herrschaft Schmalkalden: Textband, Marburg 1913, S. 16 / 87-88 (Zeichnung Tafelband, Tafel 51), Internet: 1. ...digi.ub.uni-heidelberg.de-digitale Ausgabe, daraus Textauszüge

kopie lit. f. stoerzner 1988
standort am markt frauenbreitungen glittstein breitungen

Breitungen B: ca. 3 km südwestl. des Ortes bzw. 1,6 km südwestl. des Ortsteils Knollbach, nahe des Weges nach Helmers bei markanter Wegekreuzung im Bergwald auf der Höhe (ca. 45 m nördl. des Wegekreuz, über einen Trampelpfad erreichbar), ‘Hennigkreuz / Holzfällerstein’. A.

Obertägige Maße: Höhe 0,80 m, Br. 0,46, T. 0,21, das breitstämmige, Scharrierung aufweisende Steinkreuz aus Sandstein mit gerundeten Enden und nur angedeutetem Kopf zeigt auf der Schauseite die eingerillte Inschrift: ‘H / C. A. H. / D. 9. Juny / 1738’

das Gedenkkreuz wurde für den 1738 hier verunglückten Caspar Adam Heinig gesetzt, angeblich ein Holzfäller, der von einer umstürzenden Eiche erschlagen wurde; aus dem Pfarrarchiv Roßdorf, Kirchenbuch Rosa, S. 63, geht nachstehender Eintrag hervor: ‘D. 11ten Juny ist Frank Heinigs ältister Sohn, Caspar Adam, im 22ten jahr seines alters Chtl. weiß beerdigt word. nachdem derselbe von einer umgehauenen Eiche, welche noch ob. gar gehg (gehangen - F. St.), unter welcher er hingegang. plötzl. umschlug u. ganz zerschmettert geworden’

nach Lit. F. Störzner ist das Kreuz im Schrifttum auch unter der Bezeichnung ‘Schwarzer Stock’ angegeben, was nicht zutrifft; eine Waldflur ‘Roter Stock’ liegt etwa 3 km entfernt, unterhalb des Pleß-Berges; H. Köber, 1960, hat das Kreuz offenbar nicht gefunden und stattdessen irrig einen Forstgrenzstein als ‘Stumpf’ inventarisiert (Karteikarte im Nachlaß H. Köber, Erfurt, unter Frauenbreitungen geführt, 1960)

Quellangaben: 1. F. Störzner, 1988 s.o. S. 122, Nr. 79 m. Abb. 77 (Kopie), daraus: 2. P. Lehfeldt-G. Voss, Bau- und Kunstdenkmäler Thüringens, Herzogthum Sachsen-Meiningen 1, Abt. 2 Jena 1910, S. 65, 3. G. Lilie, Steinkreuze in Thüringen und im fränkischen Grenzgebiet, Erfurt 1915, S. 107, 4. P. Georgi, Von den alten Steinkreuzen oder Sühnesteinen im Bezirke Suhl, Schleusingen 1959, Bl. 9, 5. Heinz Köber, Die alten Steinkreuze und Sühnesteine Thüringens, Erfurt 1960, S. 69, Nr. 490, 6. W. Clemen, Steinerne Zeugen alten Volksrechts - Schmalkaldener Heimatzeitung 2, 1962, 7. R. Dittmar, Gedenksteine zwischen Breitungen und Helmers, Suhl 1983 m. Abb., 8. H. Köllner, Steinkreuze und andere Kleindenkmale im Kreise, Schmalkalden 1985; F. Störzner, Geschichte (n) in Stein, Volkstümliche Kleindenkmale an Thüringer Wanderwegen, Ilmenau 2001, S. 33 m. Abb. / 8. Drei Mahnmale in Breitunger Wäldern

Breitungen (Frauenbreitungen) C: ‘Am Markt / Am Spital’ (Marktplatz Frauenbreitungen, ‘Glittstein’

rundlicher Stein aus schwarzem Basalt mit glattgeschliffener Oberfläche

Glittstein
Diesen Stein, so erzählt die Sage, wollte vor undenklichen Zeiten ein Leineweber zur Sühne eines begangenen Verbrechens von der etwa zwei Stunden Wegs entfernten Pleßkuppe vor die Kirche in Frauenbreitungen in einer Schürze tragen. Fast hatte er das Ziel erreicht, als der Stein dem erschöpften Weber aus der kurzen Schürze an dem oben genannten Platze zu Boden glitt. Alle Bemühungen des Webers, ihn nach der kaum noch zweihundert Schritt entfernten Kirche zu bringen, waren vergebens; so liegt er denn als Wahrzeichen Frauenbreitungens noch bis auf den heutigen Tag an der nämlichen Stelle.

Quellangaben: Internet: 1. ...thüringen.info-breitungen-glittstein, 2. ...breitungen.de-historischer-marktplatz

Breitungen D: südwestl. des Ortes auf der Höhe des Pleß-Berg, ca. 800 m südl. des Gasthauses Jagdhaus Seeblick, ‘Sachsenstein / Jägerstein’

(derzeit kein Foto verfügbar) Gedenkmal für den herzöglichen Jäger und Büchsenspanner Johannes Sachs, der nach offiziellen Angaben am 6. Juni 1722 bei einem Jagdunfall zu Tode kam, doch gingen Gerüchte einher, dass er heimtückisch ermordet wurde; das Denkmal steht heute in der Nähe seines ursprüngl. Standortes, welcher mit ‘Große Balz’ nahe der ‘Entenpfütze’ angegeben wird (Verf.)

Sachsenstein Breitungen

kopie thueringer allgemeine v. 21.2.2015

Quellangaben: Lit.: 1. F. Störzner, 2001 s.o., S. 30-31, Internet: 1. ...wikipedia.org-wiki-Sachsenstein (Breitungen) m. div. Lit.-Ang.

foerster luther stein helmers
standort noerdl. des weihers

Förster-Luther-Stein

Schmalkalden, OT Helmers, Lkr. Schmalkalden, ca. 900 m nordöstl. des Ortes im Breitunger Tal, 80 m nördl. eines Weihers, etwa am Treffpunkt der zwei vom Ort herauf führenden Wanderwege (Wanderweg folgen, der nach 130 m von der Kirchstraße ortsauswärts nach rechts abzweigt, Hinweisschild)                 

Maße: Höhe 0,70 m, Br. 0,75, T. 0,35, der etwa quaderförmige Sandsteinblock (Rotsandstein) zeigt auf vertiefter Inschriftsfläche den eingehauenen zweizeiligen Schriftzug ‘Förster Luther / 13. 12. + 1919

das Denkmal bezeichnet die Stelle an der Förster Christian Luther, Helmers, geboren 1879 in Heubach, am 13. Dezember 1919 aus bis heute nicht zweifelsfrei geklärten Umständen zu Tode kam; damals wurde hinter vorgehaltener Hand erzählt, dass der Beamte von einem Wilddieb erschossen wurde; dagegen vermerkt das Kirchenbuch in ‘eigenartiger Verklärung’ seinen Freitod ‘im Zustand zeitweiliger Umnachtung und Störung’ sowie auch amtliche Akten einen Selbstmord ausweisen; der Gedenkstein wurde von der Witwe und Berufskollegen aufgestellt  (Verf. frei nach Lit. F. Störzner)

Quellangaben: Lit.: 1. Frank Störzner, Geschichte (n) in Stein, Volkstümliche Kleindenkmale an Thüringer Wanderwegen, Ilmennau 2001, S. 32 m. Abb. / 8. Drei Mahnmale in den Breitunger Wäldern

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