standort erzgebirge eibenstock

Eibenstock, Erzgebirgskreis, A: ca. 2 km südl. des Ortes an der alten Frühbusser Straße (Prebuz, Tschech.) ca. 200 m südl. des ehem. Wirtshauses Waldschänke (Karlsbader Straße, S 275) ‘Mordstein’

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k. martin u. frau auerbach foto v. 1972

Obertägige Maße: Höhe 0,90 m, Br. 0,45, T. 0,15, das Mordstein genannte Steinkreuz aus Granit mit gerundeten, nach außen konisch auslaufenden Enden besitzt einen Schaft, der sich nach unten markant verbreitert; am Kopf ein kleiner Dolch eingeritzt, darunter zwei eingerillte, in verschiedenen Zeiten eingeritzte Inschriften: über die Kreuzarme verlaufend, zweizeilig: ‘Am Mor Steg Tod : 1760 / HERREGOTT vergelts !’, im Schaft, dreizeilig: ‘erneuert W. A. K. / Leipzig - Li. 1900.’

im Jahre 1900 fand ein aus Leipzig stammender Steinmetz namens W. A. Kalbe, als er in der Nähe in einem Steinbruch arbeitete, das Kreuz umgestürzt im Bereich des heutigen Standortes im dichten Unterholz auf; er stellte es auf, rillte die in den Kreuzarmen befindl. Inschrift neu aus und brachte seinen im Schaft befindlichen Zusatz ein; nach der Überlieferung ist hier auf der alten  Erzgebirgskamm überwindenden Handelsstraße zwischen Sachsen und Nordböhmen, die bereits im frühen Mittelalter sehr frequentiert war, der Landfuhrmann Gottlieb Mühlmann aus Hundshübel, am 4. 4. 1760, von Wegelagerern beraubt und ermordet worden (Verf.)

Quellangaben: Lit.: 1. Stadt Eibenstock, Hinweistafel, Internet: 1. ...eibenstock.de

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Eibenstock, B: an der alten Frühbusser Straße am Abzweig des Heuschuppenweg, ca. 700 m südl. der ehem. Waldschänke (Karlsbader Straße, S 275) ‘Merz-Stein’

Obertägige Maße: Höhe 0,75 m, Br. 0,35, T. 0,25, der auf der Vorderseite geglättete, sich nach oben verjüngende Erinnerungstein aus Granit mit kuppelförmigen Kopf, zeigt eine mit schwarzer Farbe nachgezogene, eingeritzte Inschrift:  ‘Zu / Ehren / des / Herrn / Obfmeister / Merz / v. 1. 9. 1914’ (Quellangaben: s.o.)

Eibenstock, C: südwestl. des Ortes im NSG Riedert, an alter Wegführung über Torfhaus nach Carlsfeld und Rautenkranz, ‘Brotmannstein’

Obertägige Maße: Höhe 0,70 m, Br. 0,25, T. 0,23, die recht flüchtig gearbeitete, oben gerundete Steinstele aus Granit zeigt die eingerillte dreizeilige, unterstrichene Inschrift: ‘L. Kropp / a. 29. Juni / 1878’ darüber ein kleines gleicharmiges Kreuz; der derzeitige Förster vom Neuen Wiesenhaus H. Unger berichtet (2009): ‘der  Carlsfelder Bäckermeister Kropp war hier unterwegs um seine Brote auszuliefern, als er von Räubern beraubt und getötet wurde’ (Quellangaben: Lit.: 1. Standorteintrag in div. regionalen Wanderkarten (mündl. Förster Unger)

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Eibenstock, D: ca. 2 km nordöstl. der Gmkg. Blechhammer im Wilzschtal, am Klährweg, ‘Klährstein’

Maße ab Postamentblock: Höhe 0,50 m, Br. 0,40, T. 0,18, der Gedenkstein an den königlichen Förster Friedrich Hermann Klähr, der im Schusswechsel mit Wilderern schwer verwundet wurde, sich noch hinab nach Blechhammer ins Wilzschtal schleppen konnte und dort verstarb, Inschrift: ‘An dieser Stelle / fiel am 27. Aug. 1866 / der königl. Förster / Friedr. Herm. Klähr / Er ruhe in Frieden !’

Eibenstock, E: ca. 1,2 km vom südl. Ortsrand am Carlsfelder Steig, südöstl. des Adlerfelsen, ‘Dörffelstein’

Maße: Höhe ges. 0,68 m, Br. 0,47, T. 0,20 Sockel: 0,25, 0,45, 0,27, das Denkmal aus Granit steht erinnernd an der Stelle, wo der Waldarbeiter O. A. Dörffel durch Herzschlag verstarb, Inschrift: ‘Infolge Herzschlags / verschied plötzlich / Ottomar August / Dörffel / am 22. Septr. 1905 / Ern. 14. 7. 30 E. Z. V. E.’

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standort riedert

Eibenstock, F: ca. 3,0 km südwestl. des Ortes im Waldgebiet Riedert, 150 m nordöstl. des ‘Flügel P’ genannten Forstweges, Forstabt. 162 

Obertägige Maße: Höhe 0,68 m, Br. 0,40, T. 0,20, der oben gerundete Gedenkstein aus Granit bezeichnet die Örtlichkeit eines Unglückes mit tödlichen Ausgang eingerillte Inschrift: ‘Denkmal, / des Oberjägers Herrn E. G. / Jungnickel aus Heinrichswal / de bei Wittenberg welcher am / 6. März 1826 hier von einer / Fichte in seinem 39. Lebensjahr / erschlagen wurde und zu Eiben / stock begraben ruht’

Quellangaben: Lit.: Standorteinträge in div. regionalen Wanderkarten

verschollene Objekte:

boda-haus tannenbergsthal blick nach norden

Tannenbergsthal, Vogtlandkreis, ca. 1,2 km südl. der ehemaligen Fabrik Keffel stand an der Straße nach Schneckenstein (‘Schneckensteiner Straße’) unweit der Boda-Häuser (Bach) ein Mordkreuz mit einem eingetieften kleinen Kreuz, darunter die Initialen ‘R. M.’, darunter ‘10. 4. 09’; die Mordstelle lag vermutlich an der Straße zwischen dem Boda-Teich und den ca. 500 m weiter südl. gelegenen Boda-Häusern, die heute nur noch aus einem maroden, unbewohnten Hause und diversen Mauerresten beidseitig der Straße wüst liegen, einst vier Häuser (Verf.)

Textauszug Lit. Paul Apitzsch, 1932:

‘An dem Wege, der von Tannenbergsthal an den Boda-Häusern vorüber hinauf zum Schneckenstein führt (markanter Topasfelsen und Ortschaft), steht ein Kreuz mit der Inschrift: + / R. M. / 10. 4. 09. In der Vogtl. Zeitung (Verleger Richard Ruhr, Oelsnitz i. V.) war Mitte April 1909 zu lesen: Am Osterheiligabend ist der in Keffels Fabrik in Tannenbergsthal beschäftigte Arbeiter Reinhard Meinel auf dem Heimwege nach Boda, einem kleinen 2 Kilometer von Tannenbergsthal nach der böhmischen Grenze zu gelegenen Örtchen überfallen, ermordet und und seines Wochenlohnes beraubt worden. Am Ostermorgen fand man seine durch Messerstiche schrecklich zugerichtete Leiche in einem Wassergraben unweit des einsamen Waldweges, der nach seinem Heimatort führt. Vom Mörder fehlt noch jede Spur. Die nächsten Zeitungsnummern bringen Ausführliches. Der Ermordete war 32 Jahre alt und verheiratet. Der geraubte Geldbetrag von 42 Mark war sein und seines gleichfalls bei Keffel arbeitenden Vaters Wochenlohn. Außerdem fehlte die Taschenuhr und ein noch ziemlich neuer Hut. Die gerichtliche Sektion stellte Hirnschalenzerschmetterung und 18 Messerstiche in Hals und Rücken fest. Obwohl mit Spürhunden die Wälder abgesucht wurden und die Staatsanwaltschaft 300 Mark für Ergreifung des Täters in Aussicht stellte, war alle Mühe vergebens. Die Tat blieb bis heute ungesühnt’

Quelle: Lit.: 1. Paul Apitzsch, Wo auf hohen Tannenspitzen - Besinnliche Wanderungen im Vogtlande, Plauen 1932 (Verl. F. Neupert), S. 219

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