standort alte strrasse

Falkenstein, Vogtlandkreis, ca. 2 km westl. des Ortes an Straße nach Oberlauterbach, Bereich der S-Kurve                    

steinkreuz falkenstein andere seite
foto aus 1972 k. u. p. martin

Obertägige Maße: Höhe 0,46 m, Br. 0,45, T. 0,22, das arg ausgewitterte Steinkreuz aus Granit mit Abschlag eines Kreuzarmes besitzt gerundete Enden und steht tief im Boden; das Denkmal steht am noch heute erkennbaren alten Teilstück der Wegführung Falkenstein-Oberlauterbach, die hier gerade steil bergauf in den Wald führt, bevor die neue Straße gebaut wurde; nach der Sage ist hier ein Soldat zu Tode gekommen, nach anderer ein Fuhrmann (s. Foto v. 1972, Heimatforscher Kurt Martin und Frau, Auerbach, am Oberlauterbacher Steinkreuz)

Quellangaben: Lit.: 1. Dr. G. Kuhfahl, Die alten Steinkreuze in Sachsen, Dresden 1928, S. 215, Nr. 59 u. Nachtrag zum Heimatschutzbuch von 1928 (1936) S. 35, Nr. 70

verschollene Objekte: 1. Falkenstein, ein Steinkreuz stand noch 1840 vor dem Hause des Fleischers Mothes an der Straße nach Oelsnitz; das Haus ist 1859 abgebrannt; das Kreuz war mit der Zeichnung eines ungespannten Bogens und eines Pfeiles versehen (Lit. Dr. G. Kuhfahl, 1928, S. 225, Nr. 18, Mitteilung von Oberlehrer Meinelt von 1913 u. Lehrer L. Viehweg in Bad Elster von 1919) 2. Falkenstein, ein Steinkreuz stand bis zum großen Stadtbrand um 1885 in einer engen Gasse nach Grünbach zu (Lit. Dr. G. Kuhfahl, Mitteilung von Frl. E. v. Cotta) 3. Trieb bei Falkenstein, Steinkreuz an der Straße nach Falkenstein; beim Bau eines Bauernhauses als Mauerstein verwendet (Lit. Dr. G. Kuhfahl, S. 227, Nr. 65, Heimatschutzakten betr. Kulturdenkmale, S. 39) 4. Bergen bei Falkenstein, Steinkreuz an Straße zwischen Bergen und Trieb; beim Straßenbau verschwunden (Lit. Dr. G. Kuhfahl, S. 224, Nr. 3, Mitt. v. Oberlehrer Hoffmann)  

sagenstein standort musikantensteig

Grünbach, Vogtlandkreis, ca. 1 km südl. des Ortes am sog. Musikantensteig (grün-weiß mark. Wanderweg nach Schöneck) ‘Sagenstein’

Maße: Höhe 0,60 m (liegend), Br. 1, 35, T. 0,20, der sog. Sagenstein, ein liegender flacher Stein mit dem vierzeiligen Schriftzug von roter Farbe: ‘SAGENSTEIN / AN DIESER STELLE ERSCHLUGEN SICH / 2 BRÜDER WEGEN EINER SCHÜSSEL / ERDÄPFELBREI  (mundartl. Kartoffelbrei)

die denkwürdige Örtlichkeit befindet sich an der rechten Seite (westl.) des Musikantensteiges, unmittelbar nach Beginn des hohen Stammwaldes am Ende des steilen Anstieges, ein früher viel begangener Weg zwischen Grünbach und Schöneck; der Falkensteiner Heimatpoet Willy Rudert (1884-1949) hat das Thema nach Angaben des damaligen Försters Lippitzsch aufgearbeitet; in seinem Buch ‘Wall mir Vuogtlänner sei’ wird jedoch nur seine Version wiedergegeben, indem er von einem erstochenen Bruder schreibt, um eine Schüssel Erdepfelbrei; neuere Nachforschungen in Grünbach, unter Einbeziehung des Wissens ältester Einwohner, wie Dora Seifert (96 J., Ang. von 2003) erbrachten, dass die involvierten Personen aus dem noch heute stehenden bäuerlichen Anwesen ehem. Luderer, an der Siehdichfürer Straße, stammten (Luderersch Bauer); das Anwesen wurde noch bis um 1970 von der Familie Mothes bewirtschaftet; nach Angaben von Dora Seifert (geb. Heinz) handle es sich um zwei ledige Vorfahren der Luderersch, die gegen Ende des 17. Jh. den Bauernhof führten; W. Rudert schreibt von einer 70 jährigen Magd, die die beiden Junggesellen unterstützte, wobei deren Wunsch nach einer jungen Bäuerin nahelag; in unmittelberer Nähe des Hofes mündet der Schönecker Weg in die Siehdichfürer Straße; so kann vermutet werden, dass es ein Mädchen aus Schöneck hätte sein sollen; dieser Weg ist heute nur noch als Teilstück im Anschluss an den Wendelsteinweg erhalten; die Tragödie am Musikantensteig ist so zu erklären, dass man bei dieser Wegwahl nicht ins Geigenbachtal absteigen und über den steilen Gibzigweg auf den hochgelegenen Fahrweg musste, um nach Schöneck zu gelangen; ein wahrer Kern dürfte wohl vorhanden sein, denn seit langer Zeit berichten die Quellen immer unverändert von zwei Brüdern, die ... (Verf.)

Quellangaben: Lit.: 1. Martin Gläß, Grünbach, Der Sagenstein am Musikantensteig, in: Das Vogtland-Jahrbuch, Vogtländischer Heimatverlag Neupert, 2003, S. 158

c. 2006

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