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hinweistafel in situ

Hartha, OT Gersdorf, Lkr. Mittelsachsen, A: nördl. im Ort, ‘Kirchberg’, vor südl. äußerer Kirchhofmauer, ostseitig an der Zufahrt zum Friedhof, Steinkreuz, Benennung: ‘Messerstein’

Ang. Lit. H. Quietzsch, 1980:

Mitten im Ort, unmittelbar an der südlichen äußeren Kirchhofsmauer, 2 m östl. vom Haupteingang. 1 Steinkreuz. Lamm (Form !), Messerstein (Einzeichnung !). Plump, asymmetrisch, stark verzogene Umrisse - wohl unter Ausnutzung der natürlichen Form des Steines; östl. Arm nur angedeutet, Kopf flach und gerundet, brei ausladender Fuß. Nordischer Granit (Geschiebe). O-W. (Ausrichtung). S- Seite, über die Armbreite eingeritzt im Umriß: liegender Dolch - durch ständiges Nachziehen entstellt zu fünfzackiger Gabel. Höhe = Länge: 69 cm, Breite 64 cm, Stärke 26 cm. Östl. Arm und Kopf wohl durch Beschädigung verkürzt. Vor der Mauer nicht allseitig sichtbar. Geschützt seit 7. 1. 1963. Sage: Gersdorfer Kind sei von Zigeunerbande erstochen worden, den Mörder traf die gerechte Strafe (Messerstein 1933). Aus den schriftlichen Unterlagen: ‘In Gersdorf bei Leisnig hat Herr Pfarrer Eisemann am Kirchhof einen alten Stein aufgestellt, den er dort in der Erde gefunden und gehoben hatte ... Es ist ein roher formloser Naturblock, ... auf dem ein langes Messer ... eingegraben ist’ (Clemens Pfau, damals Gymnasiallehrer in Waldheim, brieflich am 24. November 1913 an Königliche Kommission zur Erhaltung der Kunstdenkmäler in Sachsen - Original im Institut für Denkmalpflege Dresden, Akte Gersdorf). Die Kommission bedankt sich am 25. März 1914 bei Pfarrer Eisemann für die Erhaltung des Steines (Pfarrarchiv). Daraufhin bemühte er sich durch Schreiben vom 27. März 1914 an die Ortsbehörde, daß der ‘nahe dem südlichen Eingang zum Kirchhof an dem Uhligschen Gartenzaun aufgerichtete alte Stein ... einen anderen Platz und zwar an der Gottesackermauer unmittelbar neben dem südlichen Kirchhoftor ...’ bekäme (Pfarrarchiv). Der Gemeindevorstand stimmte am 29. März zu (Pfarrarchiv). Der Uhligsche Garten, an dem das Kreuz nach Auffindung, wohl um 1913, zunächst aufgestellt wurde, liegt etwa 10 m südwestlich vom jetzigen Standort. In unmittelbarer Umgebung beider Standorte muß das Kreuz auch gefunden worden sein. Briefliche Auskünfte an Landesmuseum für Vorgeschichte Dresden durch Arthur Hensel, Gersdorf, 1968.

kopie lit. g.a. kuhfahl 1928
kopie lit. h. quietzsch 1980

‘... Gleichfalls tief aus dem Boden wurde ein schwerer dolchgeschmückter Block am Kirchberg zu Gersdorf bei Leisnig herausgeholt und am Friedhofstor aufgestellt (Abb. 3)’ ... Andre Steine von seltsamer Form wurden an der alten Kirche von Stadt Wehlen a. d. E. (Abb. 30) sowie am Kirchweg von Gersdorf bei Leisnig (Abb. 3) unter der Erdoberfläche gefunden.’ (Textkopie Lit. G. A. Kuhfahl, 1928, S. 56 / 97)

Anm.: hinsichtlich seiner äußerst plumpen Form bzw. Machart, wohl Jahrhunderte im Erdreich verborgen gewesen, dürfte dieses Steinkreuz ein sehr hohes Alter aufweisen (Verf.) 

Quellangaben: Lit.: 1. Harald Quietzsch, Steinkreuze und Kreuzsteine in Sachsen, Berlin 1980, S. 34-37, Nr. 13 Gersdorf Kr. Döbeln m. Abb. 22 (Kopie), daraus: 2. G. A. Kuhfahl, Die alten Steinkreuze in Sachsen, Dresden 1928, S. 56 / 97, Nr. 66 m. Abb. 3, S. 10 (Kopie) u. Nachtrag zum Heimatschutzbuch 1928 (1936), Nr. 78 u. Zur Steinkreuzforschung, in: Dresdner Anzeiger, 18. Jg., Nr. 125, April 1919 u. Sächs. Steinkreuzforschung, in: Dresdner Anzeiger, Nr. 349 2. Juli 1926, 3. ‘Messerstein’, Anonymer Zeitungsausschnitt im Pfarrarchiv Gersdorf aus Leisniger Tagesblatt oder Döbelner Anzeiger 

Internet: 1. ...wikipedia.org-wiki-Liste der Kulturdenkmale in Hartha, OT Gersdorf: Einzeldenkmale Sachgesamtheit: Kirche, Mauer, Kriegerdenkmal für Gefallene des Ersten Weltkrieges, vier Soldatengräber des Zweiten Weltkrieges und Parentationshalle sowie Mord- und Sühnekreuz (südliches Kirchhoftor) (siehe auch Sachgesamtheit 09303688, gleiche Anschrift) Kirchberg, 1801–1805, ortsbildprägende klassizistische Saalkirche von Johann Gottlieb Ilgen, auf Anhöhe gelegen, umgeben von altem durch eine Bruchsteinmauer umschlossenen Kirchhof, Anlage von ortsgeschichtlicher und ortsbildprägender Bedeutung. Aus der besonderen gesellschaftspolitischen Stellung von Kirche und Kirchhof im Gemeindeleben leitet sich der hohe ortsgeschichtliche Wert der beschriebenen Bestandteile der Sachgesamtheit „Dorfkirche und Kirchhof Gersdorf“ ab. Hinzu kommt die der dominanten Spornlage zu verdankende ortsbildprägende Bedeutung. (LfD/2014). ID 09207796, daraus: Fotokopie, Urheber: Radler59 (Eig. Werk), Liz.-Nr. CC BY-SA 3,0

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Gersdorf B: südl. Ortsrand, im nordwestl. Winkel der Kreuzung ‘B 176-Mühlweg-Am Schanzenbach’ (aus dem Ort führende Straße), ‘Napoleonstein’

Gedenkstein zur Erinnerung an die Schlacht bei Gersdorf, am 5. Mai 1813, im Verlauf der Befreiungskriege (Koalitionskriege)

Quellangaben: Lit.: Internet: 1. ...wikipedia.org-wiki-Liste der Kulturdenkmale in Hartha, OT Gersdorf: Napoleonstein: Gedenkstein in Erinnerung an den 5. Mai 1813 (Schlacht bei Obergersdorf), bez. 1913, Gedenkstein an die Schlacht bei Gersdorf, von regionalgeschichtlicher Bedeutung.Sockel aus Bruchstein, Natursteinstele, Inschrift: 5. Mai 1813, darüber gekreuzte Schwerter und eingelassene Kanonenkugel, aufgestellt am 5. März 1913. ID 09207755, daraus: Fotokopie Urheber: Radler59 (Eig. Werk), Liz.-Nr. CC BY-SA 4,0

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