standort

Gersfeld, OT Altenfeld, Lkr. Fulda, östl. Ortsausgang, südseitig an der B 279, nahe des Hofes Backtrog (Ang. 1977)  

steinkreuz altenfeld andere seite

Obertägige Maße: Höhe 1,45 m, Br. 0,45, T. 0,22, das Steinkreuz aus Sandstein mit abgeschlagenem rechten Kreuzarm ist in einem quadratischen Sockel verankert und zeigt im Kreuzungsfeld der Vorderseite ein eingerilltes gleicharmiges Balkenkreuz, dessen Linien sich überschneiden; Kanten gefast; auf dem Kopf ein kleines linear eingetieftes Kreuz, das durch Verwitterung kaum noch erkennbar ist; das Denkmal stand früher weiter talwärts imWiesengrunde der Fulda; um das Steinkreuz ranken sich einige Sagen, die sich sehr ähneln: ein Knecht, der in die Tochter des Dreschenhof-Besitzers verliebt war, erdolchte die junge Braut kurz nach ihrer Hochzeit, als sie für die Hochzeitsgäste einen Trunk aus der Quelle holen wollte; eine Magd wurde von durchziehenden Soldaten erschlagen, als sie sich weigerte einen Trunk aus der Quelle zu holen (Verf.) 

Quellangaben: Lit.: 1. Heinrich Riebeling, Steinkreuze und Kreuzsteine in Hessen, Dossenheim/Heidelberg 1977, S. 145-146, daraus: 2. Stadler, Vincenz, Die alten Steinkreuze im Kreis Fulda, unveröffentlicht, AGD-Archiv, 3. Sturm, Erwin, Bau- u. Kunstdenkmale des Fuldaer Landes, 1962

steinkreuz rommers andere seite detail hinweistafel

Gersfeld, OT Rommers, Lkr. Fulda, südl. der Straße Gichenbach-Gersfeld (K 66) im Rommerser Grund, auf dem zugänglichen Gelände des Truppenübungsplatzes Wildflecken, ‘Schwedenkreuz’                                   

Obertägige Maße: Höhe 0,98 m, Br. 0,74, T. 0,22, das Steinkreuz aus rotem Sandstein, dessen Enden gerundet auslaufen, besitzt unterschiedlich lange Kreuzarme und zeigt auf einer Seite die eingetiefte Darstellung eines Dolchmessers, sowie rückseitig im Kreuzungsfeld nicht mehr deutbare Symbolik; das Schwedenkreuz genannte Denkmal steht auf dem Grunde einer wüst gewordenen Siedlung, an einem heute noch erkennbaren Wegabzweig, nahe der erst in jüngster Zeit entdeckten Grundmauern der vermutlichen Ortskirche; das zugängliche Areal gehört zum Truppenübungsplatz Wildflecken (Mitteilung von Gerhard Ufholz, Rommers) nach einer Sage haben sich hier zwei Ritter mit herabgelassenen Visier, Vater und Sohn, ohne sich zu erkennen, wegen eines Burgfräuleins bekämpft, wobei beide den Tod fanden; eine andere berichtet von durchziehenden Soldaten, die in Streit gerieten, wobei einige getötet wurden; nach dritter stand hier eine Kirche, die in Kriegszeiten zerstört wurde und ihr von Schweinen oder Hunden hervorgewühltes Glöckchen wurde in die Friedhofskapelle zu Gersfeld gebracht (Verf.)    

letztere, im Volksglauben tief verwurzelte Legende, bestätigt sich im Jahre 1983 als der Rommerser Einwohner Gerhard Ufholz nach langjähriger Suche die Stelle der sagenhaften Kirche ausfindig machte; gemeinsam mit dem Gersfelder Bautechniker Klaus Grösch grub er in der Folgezeit die verbliebenen Grundmauern des Kirchenbaues aus und es entstand für die Gemeinde eine kulturhistorisch wertvolle Örtlichkeit (Verf.) verschiedenen Gersfelder Chroniken zufolge taufte der irische Missionar Kilian im Jahre 686 erstmals heidnische Bewohner dieser Gegend an einem Bachlauf in Rommers; in unmittelbarer Nähe dieses heute noch als ‘Heiliges Wasser’ bezeichneten Bachs steht im Rommerser Grund die Ruine der Pfarrkirche des Ortes; der ehemals massive und wehrhafte Sandsteinbau wurde  im 9. bzw. 10. Jahrhundert wohl auf der Stelle einer vorchristlichen Kultstätte errichtet, lässt im Zusammenhang mit der ihn umgebenden 1 m starken Friedhofsmauer auf eine Wehranlage schließen; nachdem Rommers in der Mitte des 14. Jahrhunderts wüst fiel, geriet der Standort der Kirche nach ihrem Brand und Abriss im Laufe der Jahrhunderte in Vergessenheit (Quelle: Stadt Gersfeld)

Wüstungskirche Rommers (Historische Stätte) Hinweis auf eine mittelalterliche Siedlung: der Ort Rommers geht auf eine mittelalterliche Streusiedlung südwestlich von Gersfeld zurück; im Güterverzeichnis der Pfarrei Gersfeld wird Rommers, der Hof des Hruotmund, 1326 zum ersten Mal erwähnt; westlich des Ortes liegt die Wüstung Hirza bzw. Altenhirze, wie viele kleinere Orte wurde Hirza im Lauf des Mittelalters verlassen; 1983 wurden an Stelle der Wüstung Reste einer Kirche aus dem Mittelalter und einer Friedhofsmauer entdeckt; die nach Osten ausgerichtete Saalkirche war elf Meter lang und über acht Meter breit; ihre halbrunde Apsis stammt aus dem 12. oder 13. Jahrhundert; auch Rommers war im Mittelalter verlassen worden, wurde 1558 aber wieder besiedelt
(Quelle: Erwin Sturm: Die Bau- und Kunstdenkmale des Fuldaer Landes. Bd. I. und II. Fulda 1962/71, in: Rhönlexikon)

Quellangaben: Lit.: 1. Heinrich Riebeling, Steinkreuze und Kreuzsteine in Hessen, 1977, S. 146, daraus: 2. u. 3. s. Altenfeld; Mitt. von G. Ufholz, Rommers, 2009

verschollene Objekte: Gersfeld, Steinkreuz am Weg von Gersfeld nach Sparbrod, ‘Sparbroder Pfädchen’, früher am ‘Totenweg’, der über die ‘Wacht’ führte; kleines gedrungenes arg ausgewittertes Kreuz mit nicht mehr erkennbarer Jahreszahl und Symbolik; nach der Sage sollen sich zwei Burschen im Streite um eine Dorfschönheit gegenseitig umgebracht haben (Quelle: Lit.: 1. H. Riebeling, s.o. S. 146, 2. u. 3. s. Altenfeld; Mitt. des Verlustes (nach 1977) G. Ufholz, Rommers, 2009) 

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