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kopie lit. h. quietzsch 1980

Grimma, Lkr. Leipzig, A: westl. vom Ort, im östl. Winkel der Einmündung zur Rumbergsiedlung (‘Am Rumberg’) von der Straße nach Grethen (‘Leipziger Straße / S 38’, ca. 630 m nach den letzten Anwesen), Steinkreuz, Benennung: ‘Kreuzstein’

Obertägige Maße: (derzeit unbekannt), das Steinkreuz weist Asymmetrie auf, indem es in sich nach rechts gekrümmt ist sowie kaum mehr erkennbare Kantenfasung (Verf.)

Ang. Lit. H. Quietzsch, 1980:

Westsüdwestlich vom Ort, südlich der Straße Grimma-Grethen, im stumpfen Winkel vom Wegabzweig zur Rumbergsiedlung, 7 m südlich der Straße und 7 m östlich vom Weg, in der Böschung zum Feld. 1 Steinkreuz. ‘Kreuzstein’ - 1621, 1759. ‘Bei dem Kreuzsteine’ - 1621 (Lorenz 1856, S. 303), ‘Weg bei dem Kreuzstein’ 1759 (Henning 1922). Rum- (Rügen-) telle, Huthübel (s. u.). Kopf und Arme kurz und gerade, Schaft nahezu gerade; Kopf und Arme gerundet. Quarzporphyr. O-W (Ausrichtung). Höhe: 49 cm, Breite: 47 cm, Stärke: 20 cm. Allgemeine oberflächliche Verwitterung. Gefährdet durch anschließendes Übungsgelände. Am 13. November 1952 vom Verfasser 7 m nach Süd an die Feldböschung gesetzt, weg vom unmittelbaren prellsteinartigen Standort an der Wegmündung in die Straße; ohne Veränderung der Orientierung. Geschützt seit 17. 11. 1962. Sage: Am Kreuz soll nachts ein Geschirr verunglückt und spurlos verschwunden sein (Kuhfahl 1928, S. 189; Kunze 1936). Bedeutung: Kennzeichnung der Stelle des Gerichts möglich.

‘Früher stand dasselbe oben auf dem anstoßenden Feld, dem sog. Huthübel, bis es der Besitzer heruntersetzte. Auf dem Huthügel stand der Galgen ...’ (Museumsleiter Prof. Georg Henning 1933 brieflich an Rudolf Moschkau - Abschrift Landesmuseum für Vorgeschichte Dresden, Ortsakte Grimma); annehmbar etwa 200 m südlich vom jetzigen Standort, auf dem höher gelegenen Feldstück mit dem Namen ‘Am Kreuzstein’ (Quietzsch 1954). Bis 13. November 1952 7 m nördlich vom jetzigen Standort. Der Flurname Rum- (Rügen-) telle weist auf die Stelle der Gerichtsbarkeit hin (Quietzsch 1956), ebenso ist in den ortsgeschichtlichen Quellen auf dem Huthübel der Galgen nachgewiesen (Henning 1922), wie auch durch Bodenfunde belegt ist. Zwischen Kreuz und Galgenstätte könnte unmittelbarer Zusammenhang bestehen und Steinkreuz Oschatz (Nr. 59). Der Sühnevertrag von 1510 (Lorenz 1856, S. 1213-1214; Wilhelm 1906, S. 38; Kuhfahl 1928, S. 161) ist nicht ohne weiteres mit dem Steinkreuz zu verbinden (Quietzsch 1954), wie es Henning 1922 tut, da Grimma außerdem das Steinkreuz Nr. 43 aufweist. (Textkopie Lit. H. Quietzsch, 1980)

Ang. Lit. G. A. Kuhfahl, 1928:

Mittelalterliche Totschlagssühnen aus Sächsischen Orten und den Grenzgebieten: Grimma 1510, 1517 - Gerichtsbuch von Grimma. Wilhelm, Alte Steinkreuze, in den Mitteilungen des Vereins für Sächsische Volkskunde 1906, H. 2, S. 38 (Textkopie Lit. G. A. Kuhfahl, 1928, S. 161)

...Zu den Spukgeschichten wäre schließlich auch noch die Sage zu rechnen, nach der am Kreuz auf der Leipziger Kunststraße bei Grimma nachts ein Geschirr verunglückt und spurlos verschwunden sein soll. (Textkopie Lit. G. A. Kuhfahl, 1928, S. 189)

Quellangaben: Lit.: 1. Harald Quietzsch, Steinkreuze und Kreuzsteine in Sachsen, Inventar Bezirk Leipzig, Berlin 1980, S. 83-84, Nr. 42 Grimma, Kr. Grimma, Mbl. 4742 (28), S 14,65 / W 9,15 m. Abb. 58 (Kopie), daraus: 2. G. A. Kuhfahl, Die alten Steinkreuze in Sachsen, Dresden 1928, Nr. 83, S. 161/189 u. Nachtrag zum Heimatschutzbuch von 1928 (1936), Nr. 94 u. 1913a, S. 45 u. 1914, S. 225, Nr. 69 u. 1917, S. 292 u. 1918, Nr. 69, S. 104 (s. Rubrik Literatur, Kuhfahl-Verz. Publik.), 3. C. G. Lorenz, Die Stadt Grimma im Königreiche Sachsen historisch beschrieben, Leipzig 1856, S. 303/1213-1214, 4. F. Wilhelm, Alte Steinkreuze - Grenzzeichen ? - Sühnekreuze !, in: Mitteilungen des Vereins für Sächsische Volkskunde, 4. Bd., 1906-1908, H. 2, S. 36-41, 5. G. Henning, Grimmaer Flurnamen, Heimatkundliche Blätter für die Stadt Grimma und ihre Umgegend. Monatsbeil. der Nachrichten für Grimma. Grimma 1922, 1. Jg., Nr. 1-12, 6. W. Kunze, Von Steinkreuzen in Feld und Wald. Heimatkalender für Aschersleben und das Eine-, Wipper- und Selketal. Aschersleben 1936, 12. Jg., S. 29-33 m. Abb., 7. H. Quietzsch, Die Steinkreuze im Kreis Grimma, Grimma 1952, Bl. 11 (Kreis - Museum Grimma) u. 1954, Das Steinkreuz an der vormaligen Grimmaer Gerichtsstätte, in: Die Brücke, Kreiszeitung der Nat. Front, Kreisausschuß Grimma, 1. Jg., Nr. 10, S. 5 u. 1956, Ein Beitrag zur Steinkreuzfrage, in: Der Rundblick, Wurzen, 3. Jg., H. 23/24, S. 759-761 m. Abb., 8. H. Kaufmann-H. Quietzsch, Von der ältesten Besiedlung des Colditzer Landes im Rahmen der Ur- und Frühgeschichte der Grimmaer Pflege. 700 Jahre Colditz, Colditz 1965, S. 15-54

Internet: 1. ...wikipedia.org-wiki-Liste der Bodendenkmale in Grimma: besonderer Stein, Steinkreuz, Spätmittelalter, westsüdwestlich des Orts, Straße nach Grethen, am Wegabzweig zur Rumbergsiedlung, Schutz seit 17. November 1962, daraus: Fotokopie, Urheber: ‘Radler59’ (Eig. Werk), Liz.-Nr. CC BY-SA 3.0

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Grimma B: östl. Rand der Altstadt, südl. der Klosterkirche, im Hof des Heimatmuseums, ‘Paul-Gerhardt-Straße 43’, vor südl. Hofmauer, Steinkreuz

Obertägige Maße: (derzeit unbekannt), Steinkreuz mit markant nach außen verbreiternden Kopf, Arme und Schaft - gotische Stilepoche (Verf.)

Ang. Lit. H. Quietzsch, 1980:

Am östlichen Altstadtrand, südlich der Klosterkirche, im Hof des Heimatmuseums, Paul-Gerhardt-Straße 43, vor der südlichen Hofmauer. 1 Steinkreuz. Kopf, Arme und Schaft zur Kreuzung zu verjüngend. Grimmaer Quarzporphyr. NW-SO (Ausrichtung). Höhe: 118 cm, Breite: 78 cm, Stärke: 28 cm. Allgemeine oberflächliche Verwitterung. Vor einer Mauer nicht allseitig sichtbar. Geschützt seit 14. 1. 1963. Bedeutung: Die Annahme von Henning (brieflich, s. u.), es handle sich um ein Giebelkreuz vom nahe der Fundstelle befindlichen mittelalterlichen Hospital zum heiligen Kreuz, ist wegen der Größe des Kreuzes abzulehnen. Bemerkenswert ist jedoch die dem sog. Malteser- oder Johanniterkreuz nahestehende Form des Steinkreuzes. wenn man bedenkt, daß das Hospital dem Johanniterorden zugehörte, könnte also ein Zusammenhang in dieser Richtung bestehen. ‘Es wurde im Jahre 1901 beim Grundgraben zur Villa von Dr. Franz an der Köhlerstraße gefunden.’ (Museums Leiter Prof. Georg Henning 1933 brieflich an Rudolf Moschkau - Abschrift Landesmuseum für Vorgeschichte Dresden, Ortsakte Grimma). Es handelt sich um das Grundstück Köhlerstraße 2 (nicht Nr. 1 wie bei Kuhfahl 1928, Nr. 85) - Mbl. 4742 (28), S 14,55 / W 17,1; unmittelbar vor dem südlichen Altstadtring, nordwestlich der Großmühle und südwestlich vom Marstall. Seitdem im Hof des Heimatmuseums. Bekannt als Museumsobjekt. (Textkopie Lit. H. Quietzsch, 1980)

Quellangaben: Lit.: 1. H. Quietzsch, 1980 s. o. S. 84-86, Nr. 43 Grimma, Kr. Grimma Mbl. 4742 (28), S 16,05 / W 18,2 m. Abb. 59 (Kopie), daraus: 2. G. A. Kuhfahl, 1936 s. o. Nr. 85, S. 57/84/161 m. Abb. 65, S. 106 (Kopie) u. 1936, Nr. 95 u. 1926, 3. H. Quietzsch, 1952 s. o. Bl. 11, 4. H. Kaufmann-H. Quietzsch, 1965 s. o. S. 48

Internet: 1. ...wikipedia.org-wiki-Liste der Kulturdenkmale in Grimma:Alte Mädchenschule; heute Kreismuseum Grimma (Ehemalige Schule, heute Museum (zwei Hausnummern), mit Toreinfahrt zum Grundstück und Spolien (unter anderem Sühnekreuz) im Garten) Paul-Gerhardt-Straße 41; 43, 1817, ehemalige Schule von 1817, die Aufstockung von 1840/41, landschaftsprägende Lage zur Mulde hin, ortshistorisch und sozialgeschichtlich bedeutsam. dreigeschossig, Putzfassade, Fenstergewände im Erdgeschoss Rochlitzer Porphyrtuff, Haustür um 1840, Spolien im Garten (Sühnekreuz u. ä.), Anschrift viell. Paul-Gerhardt-Straße 41 und 43
ID 08966261, daraus: Fotokopie, Urheber: ‘Radler59’ (Eig. Werk), Liz.-Nr. CC BY-SA 3.0

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