standort

Bad Brambach, OT Hohendorf, Vogtlandkreis, westseitige Grabenböschung südl. Ortsausgang nach Bärendorf

steinkreuz hohendorf foto 1972 k u. p. martin auerbach andere seite

Obertägige Maße: Höhe 1,15 m, Br. 1,05, T. 0,25, das wuchtige, angewitterte Steinkreuz aus Granit mit gerundeten Enden zeigt auf der Vorderseite die eingehauene Darstellung einer Pflugreute (geschäftetes Schabeisen zum Reinigen des Pfluges), sowie im Kreuzungsfeld eine lochartige Vertiefung, die als Abriebsmal deutbar ist, s. Einf. (Verf.) Sage: an einem Freitag zog Bauer Zöpf (Zöf) aus Hohendorf mit seinem Ochsengespann früh aufs Feld hinaus; Tochter Brigitte musste beim Pflügen die Tiere führen, sie war ausgelassen, hüpfte, sprang und sang; Kind, sagte gutmütig ermahnend der Vater, wer den Freitag mit Lachen grüßt muss am Sonntag weinen ! da kam gegen Mittag plötzlich ein Knappe des Herrn von Reitzenstein vom benachbarten Schönberg über das Feld gesprengt; er begehrte Brigitte und liebte diese sehr; der schmucke Reiter sprang vom Ross und löste die junge Bauerstochter beim Führen der Tiere ab; Knecht Daniel, der ebenfalls um Brigitte warb, war erzürnt als er die Liebesdienste des Widersachers sah; Zorn und Eifersucht waren im Herzen des Knechtes, so warf er ungestüm mit voller Wucht die Reute zum Knappen, die eisernen Spitzen des Gerätes verletzten ihn so schwer, dass er tödlich getroffen zusammenbrach; der Knappe wurde zum großen Leid des Mädchens beerdigt, während Knecht Daniel floh; dieser fand jedoch keine Ruhe; das Steinkreuz am Waldes rand, in dem die Reute eingehauen ist erinnert an die schreckliche Tat (Quelle: 1. Hinweistafel vor Ort, 2. Vogtlandanzeiger vom 15. 11. 05, Aufsatz von H. Gläsel)

Eintrag von Pfarrer Suppius (1775-1818) in das Schönberger Kirchenbuch: ‘Nicht weit von Hohendorf steht ein steinernes Kreuz, auf welchem die Figur eines Reidts, ein Instrument, dessen man sich beim Pfluge bedienet, noch deutlich zu sehen ist. Die alte fast einstimmige Sage davon ist diese: Ein Bauer ackert mit seinem Sohne an diesem Ort des Sonntags, worüber ihn der Sohn gerechte Vorwürfe macht, der Vater erzürnt sich hierüber so heftig, dass er mit dem gedachten Reidt den Sohn todtschlägt. Wie lange es her sey, dass solches geschehen, habe ich ohngeachtet alles Nachforschens nicht herausbringen können, so viel aber doch aus den Sagen alter Leute gemerkt, dass es nun schon über 200 Jahre seyn müssen’ (Quelle: Hinweistafel vor Ort) Sterberegistereintrag Brambacher Kirchenbücher von 1612: NB ist begraben worden ein Jung (welcher beym Frantz Fischer gedienet) von Niederreuth, welcher auf der Fron mitt einer Pflugsreuth von einem Knecht geworffen worden, dass er als bald vom Gaul gefallen und verstorben (Quelle: Hinweistafel vor Ort)                                     

s. Foto 1972, Heimatforscher Kurt Martin und Frau, Auerbach, am Hohendorfer Steinkreuz

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Quellangaben: Lit.: 1. Dr. G. Kuhfahl, Die Alten Steinkreuze in Sachsen, Dresden 1928, S. 217, Nr. 109 u. Nachtrag zum Heimatschutzbuch vonn 1928 (1936), S. 37, Nr. 120, 2. Hinweistafel vor Ort, gestiftet von den Böichlschreibern der Heimatschrift: Unterm Kapellenberg, 3. H. Gläsel, 2005, Artikel in Vogtlandanzeiger

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Bad Brambach, OT Oberbrambach, Vogtlandkreis, Oberbrambacher Höhe, am alten Weg Brambach-Oberbrambach                                   

steinkreuz oberbrambach kopie lit. blechschmidt-walther 1991 andere seite

Obertägige Maße: Höhe 1,40 m, Br. 0,97, T. 0,27 das Steinkreuz lat. Form aus Granit mit gerundeten Enden, ganz in der Art der alten vogtländischen Sühnekreuze, steht an der alten Heer- u. Handelsstraße, die Westsachsen mit Nordböhmen verband und heute noch etwa in der B 92, Plauen-Oelsnitz-Adorf-Cheb (Eger) erkennbar ist (Verf.) nach einer Sage schloss ein junges Mädchen eine Wette ab, indem es einen Scheffelsack Korn von Oberbrambach nach Niederbrambach in die Herrenmühle tragen wollte und das Mehl dann zurückzubringen; als es jedoch die Oberbrambacher Höhe erreichte schnürten die kreuzweise über die Brust gebundenen Trag bänder so sehr ein, dass es daran erstickte und auf der Stelle tot umfiel (Quelle: Hinweistafel vor Ort) Eintrag in Brambacher Kirchenbücher über die Beerdigung der ledigen Barbara Heinrich vom 10. August 1728: ‘Ohne Geheiß ihrer Muhme war das Fräulein zur Oberen Brambacher Mühle gegangen um einen Sack Mehl heimzuholen. Als sie aber damit zu dem Kreuze kam, wollte sie daselbst auf einem Schranke (Begrenzungsstange) ruhen, da es sich dann begeben dass der Sack über den hinabgewichen, und weil derselbe die Großtuchzügel, so sie um den Hals hatte, anzog, hat sie jämmerlich ersticken müssen, indem niemand zugegen war, der ihr zur Hülfe kommen können.’ (Quelle: Hinweistafel vor Ort) damit ist das Unglück nachweislich geschehen, doch stand das Kreuz bereits; eine weitere Überlieferung berichtet von einem durchreisenden fremden Kaufmann, der hier mit seiner Tochter im Jahre 1542 überfallen, beraubt und ermordet wurde; zur Sühne wurde Jahre später das Kreuz gesetzt; zu Beginn des 20. Jh. wurde das umgefallene und im Acker ein gesunkene Denkmal vom Brambacher Gebirgsverein gehoben und neu aufgestellt; 1967 erfolgte ein Abbruch des Schaftes durch Anfahren einer Planierraupe, worauf ein Jahr später nach Reparatur, auf Initiative der Ortsgruppe Bad Brambach des deutschen Kulturbundes, die Neuaufstellung bewirkt wurde (Verf.)

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Quellangaben: Lit. 1. Dr. G. Kuhfahl, Die Alten Steinkreuze in Sachsen, Dresden 1928, S. 214, Nr. 24 u. Nachtrag zum Heimatschutzbuch von 1928 (1936) S. 34, Nr. 28, 2. Hinweistafel vor Ort, gestiftet von den Böichlschreibern der Heimatschrift, 3. Bildquelle Kopie: Lit.M. Blechschmidt-K. Walther, Vogtlandbilder, 1991, S. 106 mit Beschreibung       

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