standort beutenberg

Jena, A: OT Ammerbach, Beutenberg Campus Süd, Parkanlage im Winkel Hans-Knöll-Straße -Winzerlaer Straße

andere seite
steinkreuz jena

Obertägige Maße: Höhe 1,30 m, Br. 0,95, T. 0,28, das mächtige Steinkreuz lat. Form aus Muschelkalkstein mit flach gerundeten Enden, weist geringfügige Beschädigungen am Kopf und rechtem Arm auf; das Denkmal wird mit einer nachgewiesenen mittelalterlichen Gerichtsstätte am Beutenberg (Vehmstätte) in Verbindung gebracht, wo es die Grenze der Gerichtsbarkeit zwischen den Orten Jena und Ammerbach markierte; die letzte Hinrichtung an diesem Platze, der etwa im Bereich zwischen Beutenbergstr.-Adolf-Reichwein-Str.-Winzerlaer-Str. lag, fand am 14. November 1783 statt, als der Brandstifter Friedrich Wilhelm Mentzel bei lebendigen Leibe verbrannt wurde; als ältere Flurnamen wären hier ‘Am Galgen’, ‘übern Gerichte’ (1781) ‘Am Gerichtsberge’ (1899) und ‘Unter dem Gerichtsberge’ (1900) zu nennen; um 1933 wurde das aus unmittelbarer Nähe stammende Kreuz in einer Grünanlage südl. der Winzerlaer Str., zwischen Beutenbergstr. und A.-Reichw. Str. aufgestellt; diese Örtlichkeit ist heute durch den Neubau eines Laborgebäudes des Leibnitz-Institutes ausgegangen; als die Baumaßnahmen im Herbst 2005 begannen wurde das Kreuz in Absprache mit der unteren Denkmalschutzbehörde an den heutigen Standort, gegenüber an die Nordseite der Winzerlaer Str., versetzt; nach den Sagen des Volksmundes wurde das Kreuz für einen Soldaten der Napoleonischen Kriege gesetzt, der dort begraben liegt, oder ein Mord sei dort geschehen; aus der Heimatliteratur um 1930 geht ein zweites heute ausgegangenes Ammerb. Steinkreuz hervor, das ein eingeritztes Pfahleisen, ein Winzerwerkzeug, zeigte; es soll bei Bauarbeiten im 19. Jh. zerschlagen und als Füllmaterial verwendet worden sein; in älteren Dokumenten (Jenaer Geschoßbuch von 1406 und Urkunde von 1451) sind folgende Einträge zu lesen: ‘... ein artagkir, gelegin bie dem Crucze, alße man gehit kegin Amerbach und ... gelegin bey den Creuzen zcu Amerbach’, der Ort Ammerbach wird 1228 erstmalig urkundlich erwähnt, als in einer päpstlichen Urkunde die dortige Kapelle zur Pfarrkirche in Lobeda zugehörig genannt wird; auch politisch gehörte der Ort in den Machtbereich der Herren von Lobdeburg, die über die Weinberge Kolbelinsberg und Gumbrechtistal in Ammerbach vefügten; seit dem 14. Jh. zum Wettinischen Amt Burgau gehörig    

Quellangaben: Lit.: 1. Winfried Haun, Steinkreuze in Jena, 2006, S. 50-52, Nr. 10, 2. Frank Störzner, Steinkreuze in Thüringen, Katalog Bezirke Gera-Suhl, Weimar 1988, S. 38-39, Nr. 56 m. Abb. 66, daraus: 2. E. Devrient, Urkundenbuch der Stadt Jena, Jena 1903, 3. R. Neumann, Alte Steinkreuze in der Gegend der mittleren Saale, Weißenfels 1907, S. 18, 4. H. Leidenfrost, Aus Ammerbachs Geschichte, Jena 1928, S. 7-8, 5. H. Apel, Alte Steinkreuze, Jena 1929, 6. E. Kern, Jenaer Kreuzfahrt-Alte Steinkreuze-Kreuzsteine, Jena 1929, 7. H. Koch, Das Geschoßbuch der Stadt Jena vom Jahre 1406, Jena 1932a, 8. G. Buchmann, Die Steinkreuze im Stadtkreise Jena, Jena 1933, S. 452, 9. K. Thiele, Steinkreuze am Wegesrand, Eisenach 1936, S. 182, 10. W. Kühn, Jenaer Gerichts- u. Strafrecht 14.-15. Jh., Jena 1938, S. 34, 11. H. Köber, Die alten Steinkreuze und Sühnesteine Thüringens, Erfurt 1960a, S. 57 Nr. 345, 12. G. Ost,  Alte Steinkreuze in den Kreisen Jena, Stadtroda und Eisenberg, Jena 1962, S. 9-10, 13. Zeugen, Zeugen vergangener Jahrhunderte, Gera 1967, 14. W. Haun, In Stein gehauen, Jena 1977, Internet: 1. Friedrich-Schiller-Universität Jena, Philosophische Fakultät, Institut für Germanistische Sprachwissenschft: Die Flurnamen um Ammerbach, Magistra Artium, vorgelegt von Barbara Aehnlich (...sprachwissenschaft.uni-jena.de)

standort schlossgarten

Jena, B: OT Lobeda-Altstadt, Ernst-Thälmann-Straße 16, Altes Schloss Lobeda, im oberen Teil des Garten

steinkreuz jena andere seite

Obertägige Maße: Höhe 1,28 m, Br. 0,93, T. 0,20, das wuchtige, nach seiner rechten Seite geneigte Steinkreuz lat. Form aus Muschelkalk zeigt die bereits verwitterte eingerillte Darstellung einer gespannten Armbrust; rückseitig materialbedingte rundliche Ausbrüche; das Denkmal wurde 1930 am heutigen Standort aufgestellt, nachdem es im Gebiet Lobeda, Burgau und Winzerla mehrfach versetzt wurde; ursprünglich stand es am Wege von Burgau nach Winzerla, wo sich noch bis 1900 ganz in der Nähe ein weiteres, heute verschollenes Steinkreuz befand; ‘gegen den Hain, wo man gegen Winzerla geht’ lautet der Hinweis auf ein Kreuz im Geschoßbuch (städt. Steuerreg. von 1406) welches dabei gemeint ist, kann nicht mehr festgestellt werden; das Stadtschloss oder unteres Schloss (unter der Burgruine der Lobdeburg) war ein Anwesen der Burgauer Linie der Herren von Lobdeburg aus dem 13. Jh.; nach Zerstörung im Sächsischen Bruderkrieg erfolgte Anfang des 16. Jh. der Wiederaufbau; heute dient der Gebäudekomplex als diverses Schulungszentrum (Verf.)

Quellangaben: Lit.: 1. Winfried Haun, Steinkreuze in Jena, 2006, S. 58-59, Nr. 17, 2. F. Störzner, s.o. S. 41, Nr. 61 m. Abb. 76, daraus: 2. K. Back, Von Kreuz-Steinen Altenburg 1864, S. 5, 3. Apel, 1929, 4. Koch, 1932, S. 271, 5. Buchmann, 1933, S. 452-453, 6. Köber, 1960a, S. 59 Nr. 510, 7. Ost, 1962, S. 11-12, 8. Haun, 1977, S. 49

steinkreuz jena standort chem. institut andere seite

Jena, C: August-Bebel-Straße, Einm. Am Steiger,  Chemisches-Institut F. Schiller-UNI, Grünanlage, rechts des Einganges

Obertägige Maße: Höhe 0,85 m, Br. 0,75, T. 0,21, das gedrungene Steinkreuz lat. Form aus Kalkstein ist in einer zementierten Grundplatte verankert; es zeigt im Relief ein Balkenkreuz auf Stab, die Darstellung eines Vortrage- bzw. Vorhaltekreuz (Verf.) nach Michael Platen ‘Die Stadt’ S. 58 soll es sich um das Steinkreuz handeln, das einst vor dem Erfurter Tor stand, dem westl. Vortor Jenas; dieses Denkmal wird in urkundlichen Überlieferungen des 15. und 16. Jh. bei Ortslagebeschreibungen mehrfach erwähnt ‘... gelegin vor dem Erffortschen Torme hindir dem Crucze’, hieraus geht auch der Flurname ‘Das Kreuz’ hervor; das Steinkreuz wurde um 1910 unweit des heutigen Platzes bei Erdarbeiten für den Bau des damaligen Jenaer Amtsgerichtes aufgefunden; bis 1939 befand es sich eingebunden im Zaun des Stoyschen Institutes in der Humboldtstraße, kam dann in jenem Jahr an andere Stelle des heutigen Grundstückes und wurde schließlich 1966 von Mitarbeitern des späteren Chem. Institutes am heutigen Platze aufgestellt (Verf.)

 Quellangaben: Lit.: 1. Winfried Haun, Steinkreuze in Jena, 2006, S. 54-55, Nr. 14, 2. F. Störzner, s.o. S. 39, Nr. 57 m Abb. 68, daraus: 3. Apel, 1929, 4. Buchmann, 1933, S. 449-450, 5. O. Mühlmann, Jena als mittelalterliche Stadt, Jena 1959, S. 66, 6. Köber, 1960a, S. 57 Nr. 351, 7. Ost, 1962, S. 9, 8. Haun, 1977, 1981, S. 49, 9. F.-K. Azzola-H. Bormuth, Gesch. Blätter des Kreises Bergstraße, 1979, S. 66

steinkreuz jena standort

Jena, D: nordwestl. Stadtrand, über der Pforte des Jenaer Stadtschlosses an der B7, Erfurter Straße 98, Steinkreuzfragment (über der kleinen Pforte)

detail hinweistafel

Maße: Höhe 0,50 m, Br. 0,75, nach der Hinweistafel vor Ort wurde das Tor des ehem. 1906 abgebrochenen Jenaer Stadtschlosses durch den Jenaer Kaufmann Karl Oberreich hier an seinem Anwesen wieder errichtet; die Frage, ob sich das Fragment eines Steinkreuzes bereits in der städischen Bausubstanz oder etwa als Flurdenkmal im Bereich des Anwesens an der westl. Ausfallstraße befand, dürfte wohl nicht mehr zu klären sein (Verf.)

Quellangaben: Lit.: Internet: 1. ...dickemauern.de-Jena-Stadtschloss Jena, 2. ...flickriver.com-Photos

kopie lit. w. haun 2006

c.2010 www.kreuzstein.eu

Jena, E: OT Lichtenhain, Friedrich-Schelling-Straße 62, im oberen Bereich des Hausgrundstückes, Osthang Malakoff, Jenaer Forst, ‘Am Herrenberg’

das Unsymmetrie aufweisende Steinkreuz aus Kalkstein mit nach außen verbreiterten Kopf, Arme und Schaft befand sich etwa seit dem Jahre 1900, bis 1971, in einem Garten in der westl. Verlängerung des Hufelandweges im nördl. Stadtgebiet von Jena, ca. 2 km nördl. des derzeitigen Standortes (Fam. Arnold) der ursprüngliche Standort ist unbekannt (Verf.)

Quellangaben: Lit.: 1. 1. Winfried Haun, Steinkreuze in Jena, 2006, S. 53-54, Nr. 13, 2. F. Störzner s.o. S. 40-41, Nr. 60 m. Abb. 74