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Grimma, OT Keiselwitz, Lkr. Leipzig, A: südlich vom Ort, im Thümmlitzwald (Abteilung 29), ca. 120 m südl. der Straße Kössern-Böhlen (K 8338), 55 m östl. vom ‘Griesenweg’, weglos im Wald (ca. 850 m westl. der Kreuzung K 8338/K 8331), Steinkreuz, Benennung: ‘Beatenkreuz’

Obertägige Maße: (derzeit unbekannt), Steinkreuz lat. Form aus Braunkohlenquarzit mit kurzen gerundeten Armenden; südseitig im Kreuzungsfeld kaum mehr erkennbare Darstellung einer linear eingetieften, gespannten Armbrust (Verf.)

Ang. Lit. H. quietzsch, 1980:

Südlich vom Ort, Im Thümmlitzwald Abteilung 29, etwa 120 m südlich der Straße Kössern-Böhlen, 55 m östlich vom Griesenweg, weglos im Wald. Auf der Ur-Oedervermessung von 1595 im Staatsarchiv Dresden ist es an dem nicht mehr vorhandenen Weg Kössern-Böhlen eingetragen. 1 Steinkreuz. Beatenkreuz, ‘am Ada Creutz’ (Ur-Oedervermessung um 1595 im Staatsarchiv Dresden). Kopf, Arme und Schaft gerade; im Umriß gerundet; Arme kurz. Braunkohlenquarzit. O-W (Ausrichtung). S-Seite, in der Kreuzung und auf den Schaft reichend, eingeritzt: gespannte Armbrust, nur noch schwach kenntlich. Höhe: S-Seite 91 cm, N-Seite 106 cm, Breite: 60 cm, Stärke: 23 cm. Alte Abschläge an den Armen. Allgemeine oberflächliche Verwitterung. Geschützt seit 7. 1. 1963.

Sagen: Hier soll ein Mord geschehen sein (Grimmer 1934). Mord an einem Mädchen, das in Böhlen im Dienst stand, durch ihren eifersüchtigen Geliebten aus Großbothen, an Ort und Stelle beerdigt (Irmscher 1928; ähnlich R. Sturm-Francke 1942 und Rast, Dobrowohl 1976). Eine Nimbschener Nonne wurde hier vergewaltigt und ermordet (Beatenkreuz 1939; Beatenkreuz 1970; Steinkreuzsage 1970). Es geht hier um (Irmscher 1928). Um 1595 auf der Ur-Oedervermessung eingetragen. Hat bis zum Waldbrand 1948 etwa 10 m nördlicher gestanden (Auskunft Walter Naumann, Böhlen, 1979) und wurde durch Förster Hans Dobrowohl zur jetzigen Stelle gesetzt (Auskunft Dobrowohl, 1977). Die alte Orientierung ist nicht bekannt. Bei Kuhfahl und in sonstiger Literatur unter Thümmlitzwald geführt. Altbekannt; in der Literatur zuerst bei Kuhfahl 1919. (Textkopie Lit. H. Quietzsch, 1980)

Quellangaben: Lit.: 1. Harald Quietzsch, Steinkreuze und Kreuzsteine in Sachsen, Inventar Bezirk Leipzig, Berlin 1980, S. 89-91, Nr. 46 Keiselwitz, Ot. von Leipnitz, Kr. Grimma, Mbl. 4842 (44), N 7,5 / O 1,9 m. Abb. 63 (Kopie) u. Die Steinkreuze im Kreis Grimma, Grimma 1952, Bl. 5 (Kreis-Museum Grimma) u. Beatenkreuz / Steinkreuzsage, Heimatkundliches Lexikon, Wurzen 1970, S. 6, daraus: 2. G. A. Kuhfahl, Die alten Steinkreuze in Sachsen, Dresden 1928, Nr. 250, S. 56 m. Abb. 33 (Kopie) u. Nachtrag zum Heimatschutzbuch von 1928 (1936), Nr. 273 u. 1919 u. 1924, S. 240/262 m. Abb. 91 u. 1926 (s. Rubrik Literatur, Kuhfahl-Verz. Publikationen), 3. R. Irmscher, Aberglauben in Großbothen (Mulde), Mitteldeutsche Blätter für Volkskunde, 1928, 3. Jg., H. 5, S. 65-68, 4. M. Grimmer, Chronik der Parochie Altleisnig-Polditz, Mitteilungen des Geschichts- und Altertumsvereins zu Leisnig, Leisnig 1934, H. 18, S. 1-128, 5. A. Horn, Sagen der Heimat in neuem Gewand 22, Die Sage vom Beatenkreuz im Timmlitzwalde. in: Der Mildensteiner Erzähler, Sonntagsbeilage für Heimatkunde und Unterhaltung zum Leisniger Tageblatt, Leisnig 1936, Nr. 26, S. 101, 6. W. K. Kluge, Das Beatenkreuz, in: Zeitbilder, Wochenbeil. der Nachrichten für Grimma, Grimma 1939, Nr. 3, 21. 1. m. Abb., 7. R. Sturm-Francke, Eine Heimatwanderung, Die Grimmaer Pflege, in: Heimatkundliche Blätter für die Stadt Grimma und ihre Umgegend, Monatsbeil. der Nachrichten für Grimma, 1942, 21. Jg., Nr. 5-8, 8. R. P. Rossberg, Grimma, Naunhof, Leipzig 1954, in: Unser kleines Wanderheft 20, S. 59, 9. H. Kaufmann-H. Quietzsch, Von der ältesten Besiedlung des Colditzer Landes im Rahmen der Ur- und Frühgeschichte der Grimmaer Pflege, 700 Jahre Stadt Colditz, Colditz 1965, S. 15-54, 10. H. Rast, H. Dobrowohl, Der Thümmlitzwald und das Gebiet der Muldenvereinigung, in: Der Rundblick, Wurzen 1976, 23. Jg., H. 2, S. 147-155 / 200

Internet: 1. ...wikipedia.org-wiki-Liste der Bodendenkmale in Grimma, OT Keiselwitz: Beatenkreuz (sog.) (Steinkreuz)14./15. Jh. (Sühnekreuz) von kulturhistorischer Bedeutung, Steinkreuz (vermutlich Quarzporphyr) ID 08974902, daraus: Fotokopie, Urheber: ‘Radler59’ (Eig. Werk), Liz.-Nr. CC BY-SA 3.0

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Keiselwitz B: westl. vom Ort, nahe östl. (rechts) der Mulde, im Bereich des nordwestlichen Waldrandes des ‘Müncherholz’ (Mönchsholz), Waldabteilung 55, ca. 40 m nördl. vom sog. ‘Leichenweg’ bzw. 60 m südöstl. nach dessen Eintritt aus Richtung Höfgen in den Wald, zwischen zwei parallelen verwachsenen Hohlwegen (östl. des Fahr- bzw. Wanderweges von Höfgen nach Förstgen, östl. der Mulde), Steinkreuz

Ang. Lit. H. Quietzsch, 1980:

Westlich vom Ort, im Müncherholz (Mönchsholz) Abteilung 55, 38 m nördlich vom Leichenweg, 58 m südöstl. nach dem Eintritt dieses Weges aus Richtung Höfgen in den Wald, zwischen zwei parallelen verwachsenen Hohlwegen. 1 Steinkreuz. ‘der tote Mann’, Leichenweg, Buchberg (Birkberg) - diese Flurnamen im Bereich des Kreuzes nach Forstortsnamenverzeichnitz Seidewitz I im Staatsarchiv Dresden; Höllenberg - nach Meßtischblatt. Schaft zur Kreuzung zu verjüngend, die beschädigten Arme nebst Kopf wohl ursprünglich zur Kreuzung zu leicht verjüngend; kurz und gedrungen wirkend. Abgesetzter Fußteil mit senkrechten Kanten und keiliger Zuhauung. Quarzporphyr. SO-NW (Ausrichtung). NO-Seite, über die Armbreite erstreckend, möglicherweise Jahreszahl eingeritzt. Länge: 98 cm, Höhe: SW-Seite 73 cm, NO-Seite 69 cm, Breite: 48 cm, Stärke: 21 cm. Arme und Kopf durch alte Abschläge beschädigt und verkürzt. Allgemein oberflächliche Verwitterung. 1953 durch Lehrer Martin Kalch neu gegründet und dabei in der Orientierung verändert. Geschützt seit 7. 1. 1963.

Sagen: ‘Man sagt, es stamme aus katholischer Zeit’ (Grimmer 1934). Die bei Beschorner 1936, S. 15 (unter Berufung auf Förster Max Wolf, Kössern, 1910 im Forstortsnamenverzeichnis Seidwitz I) angeführte Mordsage bezieht Wolf richtig auf das Beatenkreuz (Steinkreuz 46) und Beschorner irrtümlich hierher. Bei Grimmer 1934 unter Thümmlitzwald und bei Beschorner 1936 unter Seidewitz geführt. Bekannt seit Anlage des Forstortsnamenverzeichnis 1910. (Textkopie lit. H. Quietzsch, 1980)

Quellangaben: Lit.: 1. H. Quietzsch, 1980 s. o. S. 91, Nr. 47 Keiselwitz, Ot. von Leipnitz, Kr. Grimma, Mbl. 4742 (28), S 1,7 / O 17,8 m. Abb. 64/65 (Kopien) u. 1952 s. o. Bl. 5, daraus: 2. M. Grimmer, 1934 s. o. S. 113, 3. R. P. Rossberg, 1954 s. o. S. 47, 4. H. Kaufmann-H. Quietzsch, 1965 s.o. S. 47-48, 5. H. Beschorner, Tote Männer und verwandte Flurnamen in Sachsen, Sächs. Flurnamensammler, Leipzig 1936, H. 9, S. 9-16; H. 10, S. 17-23

Internet: 1. ...wikipedia.org-wiki-Liste der Bodendenkmale in Grimma, OT Keiselwitz: besonderer Stein, Keiselwitz, Steinkreuz, Spätmittelalter, westlich des Orts, Müncherholz Abteilung 255, nördlich des Leichenwegs, Schutz seit 7. Januar 1963, 2. ...commons.wikimedia.org/wiki-Fotokopie: Urheber: ‘Radler59 talk’ (Eig. Werk) Liz.-Nr. CC BY-SA 4.0

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Keiselwitz C / D: im südl. Waldgebiet des Thümmlitzwald, etwa im höchstliegenden Bereich dieses Waldgebietes, ca. 1,5 km südl. der Kreisstraße Kössern-Böhlen (K 8338), zwischen der Kreisstraße Leipnitz-Tanndorf (K 8331) und dem sog. ‘Hegeweg’, 1 Menhir, Benennung: ‘Großer Monolith, 1 Kultstein, Benennung: ‘Teufelsstein’, im Abstand von 12 m

C: Obertägige Maße: Höhe ca. 5 m, der ‘Große Monolith’ - Menhir aus Braunkohlenquarzit gilt als der größte freistehende Menhir in Sachsen; der vermutliche Kultstein aus heidnischer Zeit war bereits aus großer Entfernung auf der damals unbewaldeten Heidefläche zu sehen; der Stein zerbrach um 1950 in zwei Teile, wurde aber erst 1981 repariert; zwischenzeitlich wurde das Denkmal in DDR-Zeiten vor einer Schule als ‘Ernst-Thälmann-Stein’ aufgestellt, worauf nach der deutschen Wiedervereinigung eine Aufstellung am ursprünglichen Platz erfolgte (Verf. frei nach 1. ...digital-culture.de-Kultplätze in Sachsen, 2. ...geopark-porphyrland.de-Großer Monolith-Teufelsstein,       3. ...wikipedia.org-Menhire im Thümmlitzwald)

D: Obertägige Maße: Höhe ca. 0,4 m, Br. 3,3 , T. 3,6, wenig über das Bodenniveau hinausreichende Steinplatte gleichen Materials mit zwei markanten flachen Eintiefungen, die nach der Sage als Hufabdrücke des Teufels gedeutet werden, von daher die Bezeichnung ‘Teufelsstein’ (Verf. w. o.) 

Quellangaben: Lit.: Internet: 1. ...wikipedia.org-wiki-Liste der Bodendenkmale in Grimma, OT Keiselwitz: besonderer Stein, Keiselwitz, Gruppe von 3 nahe beieinander liegenden Steinen (Menhir, „Teufelsstein“, Mühlstein), undatiert, südsüdöstlich des Orts, Thümmlitzwald Abteilung 319, direkt westlich des Hegewegs auf der höchsten Erhebung, drei in Form und wahrscheinlich auch in Bedeutung unterschiedliche Steine, Schutz seit 1. August 1958, daraus: Fotokopien, Urheber: ‘Radler59 diskussion’ (Eig. Werk), Liz.-Nr. CC BY-SA 4.0)

E: ca. 800 m südwestl. der Objekte C / D, bzw. ca. 300 m südwestl. der Kreistraße Leipnitz-Tanndorf (K 8331), nahe eines Baches in einer Senke, Menhir, Benennung: ‘Lochstein’

Obertägige Maße: Höhe 1,30 m, Br. u. 1,40, T. u. 0,70, über die gut im Durchmesser von 15 cm betragende durchgehende Öffnung des von daher ‘Lochstein’ genannten Menhir existieren in Fachkreisen einige Deutungen und Spekulationen, die jedoch nicht befriedigen können (ein Baum wäre hier vor Urzeiten in den Stein gewachsen, bzw. umschlossen worden); eine Sage berichtet von Napoleon, der hier eine neue Kanone ausprobieren ließ, wobei das Geschoss den Stein durchschlug; vergleichbare Löcher sind an den vorchristlichen Megalith- bzw. Steinkistengräbern (Großsteingräber) zu beobachten und werden hier oft mit * ‘Seelenlöcher’ bezeichnet, die nach altem Glauben zum Entweichen der Seele aus dem Grab dienten; eine eventuelle Verbindung dieser Problematik mit obigen Stein ergibt keinen Sinn, doch könnte eine Deutung in diese Richtung vielversprechend sein (Verf.)

* Seelenloch (französisch: ‘Dalle hublot’) ist nach Abraham Lissauer eine Bezeichnung für eine ‘Ein- und Ausgangsöffnung für die Seele des Verstorbenen’. Heine-Geldern definiert den Begriff enger als ‘... die in den Verschlußsteinen so vieler Megalithgräber angebrachte Öffnung.’ Für Otto Höver waren Megalithgräber ‘wuchtschwere Bann-Gehäuse gegen die dämonische Macht des lebenden Leichnams und zugleich Sitze der abgeschiedenen Seelen, denen vorsorglich eine kleine Öffnung - das sog. Seelenloch - im Steingefüge belassen wurde, wo die anima heimlich ein- und ausschlüpfen konnte.’ Die Bezeichnung wurde in Archäologie und Ethnologie verwendet, gilt jedoch als veraltet. Das deutsche Wort ‘Seelenloch’ ist auch in englischsprachigen Publikationen gebräuchlich. (Quelle: ...wikipedia.org-wiki-Seelenloch)

ein markantes Beispiel eines durchgehenden Loches bei einem freistehenden Flurdenkmal bildet der Kreuzstein von Isling (s. BY-OF / Lichtenstein, OT Isling)

Quellangaben: Lit.: Internet: 1. ...wikipedia.org-wiki-s. o. besonderer Stein, Keiselwitz, Grenzstein „Lochstein“, Spätmittelalter?, südsüdöstlich des Orts, Thümmlitzwald Abteilung 3, aufgerichteter Stein mit wohl künstlicher Durchlochung, daraus: Fotokopie: Urheber: ‘Radler59 diskussion’, w.o.

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