quelle: lit. f. stoerzner 1984 kreuz a quelle: lit. f. stoerzner 1984 kreuz b

Herbsleben, OT Kleinvargula, Unstrut-Hainich-Kreis, A/B: nördl. Ortsrand, ca. 100 m östl. der Ortskirche St. Trinitatis, im Bereich des Anwesens 'Kreuzchen Nr. 77', ostseitig bzw. westseitig des alten nördl. Ortsausganges nach Urleben), 2 Steinkreuze, Benennung: *'Bonifatiuskreuze'

Obertägige Maße: A: ostseitig, Höhe 152 cm, Breite 60 cm, Stärke 20 cm (Lit. F. Störzner 1984) markant gotisches nasenbesetztes Kreuz aus Kalkstein, B: westseitig, Nachbildung, Höhe 178 cm, Breite 70 cm, Stärke 15 cm (Lit. F. Störzner 1984) vergleichbar mit Kreuz A (Verf.)

Ursprünglich standen sich beide 'Bonifatiuskreuz' genannten Steinkreuze gegenüber am Ortausgang des Weges nach Kleinurleben in der Flur 'Bei den Kreuzchen'. Das Steinkreuz B wurde 1979 beim Bau des Hauses Nr. 77 achtlos beseitigt und zerschlagen, worauf die Bruchstücke zunächst auf Veranlassung von W. Fleischmann, Bad Langensalza, sichergestellt wurden, aber um 1981 beim Rat der Gemeinde verschwanden. Eine Nachbildung war damals vorgesehen und erfolgte in den 80-ziger Jahren (Verf. frei nach Lit. F. Störzner 1984) 

'Zwei Steinkreuze stehen im Ort. Während das eine auf der östlichen Seite der Straße Kreuzchen an der Einmündung eines Feldwegs Richtung Bad Tennstedt steht, befindet sich eine Kopie des Kreuzes auf der anderen Straßenseite in einem Vorgarten' (Textkopie: wikipedia.org-wiki-Kleinvargula)

'1580. Es gab zwei Rittergüter, von denen jedes eigene Gerichtsbarkeit und eigene Gerichtspersonen hatte dies erstreckte sich auf die Schenke, Bäckereien und Verwaltung der 'halben Dörfer' und alles, was damit zusammenhing; Obergut im Besitz von Junker Vitzthum von Eckstedt (im Besitz derer von Vitzthum von Eckstedt seit 1342); Untergut im Besitz der Brüder von Dachrod (gemeinde-herbsleben.de-ortsgeschichte-kleinvargula)

Anmerkung
Beide Steinkreuze sind von ihrer Form her als zeitgleiche Denkmäler einzuschätzen, etwa um das 15. Jahrhundert. Von daher könnten sie möglicherweise auch aus den obigen zwei Rittergütern und deren Gerichtsbarkeiten hervorgegangen sein, indem sie diese als Gerichtskreuze angezeigt haben. Die heutigen Standorte müssen nicht unbedingt die ursprünglichen sein (Verf.)   

*Bonifatiuskreuz
Deutung als Bonifatiuskreuz: Nach dem Märtyrertode des christlichen Glaubensboten Winfried Bonifatius bei Dokkum, Friesland, im Jahre 754, wurde sein Leichnam hauptsächlich zu Schiff über Utrecht nach Mainz gebracht. Von hier in mehreren Tagesreisen in das Kloster Fulda, der auserwählten Begräbnisstätte des Heiligen. Überall wo der Leichenzug rastete oder übernachtete sollen Steinkreuze gesetzt worden sein. Eine andere Gruppe von Bonifatiuskreuzen finden sich im gesamten mittel- und norddeutschen Raum, sie sollen angeblich die Plätze und Orte bezeichnen, wo der Heilige auf seinen Reisen predigte oder taufte, doch werden heute manche dieser Angaben bezweifelt, weil wirkliche Besuche des Heiligen oft nicht nachweisbar sind und gerne als besonderes Privileg vorgegeben wurden, im Sinne von Reminiszenz (Verf. frei nach wikipedia.org-Bonifatius)

Quellangaben: Lit.: 1. Frank Störzner, Steinkreuze in Thüringen, Katalog Bezirk Erfurt, Weimar 1984, S. 65, Nr. 120/121, Kleinvargula, Abb. 123/124 (Kopien, 124 v. 1959), daraus: 2. G. Sommer, Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Langensalza, 1879, S. 84, 3. H. Schütz, Zur Geschichte des Kreises Langensalza, 1935, 4. W. Fleischmann, Steinerne Zeugen der Vergangenheit im Kreis Bad Langensalza, Weimar 1975, S. 13, Nr. 8, Abb. 16, 5. H. Köber, Die alten Steinkreuze und Sühnesteine Thüringens, Erfurt 1960, S. 42, Nr. 146, Internet: 1. wikipedia.org-wiki-Kleinvargula, 2. gemeinde-herbsleben.de      

detail aus foto klettstedtth2

Bad Langensalza, OT Klettstedt (1991), Unstrut-Hainich-Kreis, südl. im Ort, ‘Neustadt’, auf dem Kirchhof der ev. Ortskirche St. Caecilia, Steinkreuz

Obertägige Maße: (aktuell nicht bekannt, derzeitige Situation nicht bekannt), breitflächiges Tatzenkreuz mit eingerundeten Kreuzarmwinkeln auf einem neuen Sockel verankert; auf dem Querbalken die linear eingetiefte interpunktierte Jahreszahl '1582' (Verf.)

'Bauwerke
Evangelische St.-Caecilia-Kirche: Über dem Eingang zum Kirchturm Jahreszahl 1574, über dem Eingang zum Kirchenschiff Jahreszahl 1818 (Restaurierungen). Im Kircheninneren Gedenktafeln für die Gefallenen beider Weltkriege und für die Opfer nach 1945 aus dem Ort. Auf dem nicht mehr als Friedhof genutzten Kirchhof ein kleines Steinkreuz von 1582 und ein Waidmühlstein als Erinnerung an die frühere Bedeutung der Färberpflanze Waid für das Dorf' (wikipedia.org-wiki-Klettstedt)

Anmerkung
Für die eingebrachte Jahreszahl '1582' konnte hier kein ortsgeschichtlich relevantes Ereignis bzw. Zusammenhang mit dem Steinkreuz ermittelt werden, das sich wohl ursprünglich nicht an diesem Standort befand. Im Jahre 1582 wurde jedoch der gregorianische Kalender durch Papst Gregor XIII. eingeführt. Er löste im Laufe der Zeit sowohl den julianischen als auch zahlreiche andere Kalender ab und bildet die Basis der Datumsdarstellung nach (wikipedia.org-wiki-Gregorianischer-Kalender)

Quellangaben: Lit.: Internet: 1. wikipedia.org-wiki-Klettstedt m. Foto v. 20.8.2011 (Kopie), Urheber: 'Wikswat' (Eig. Werk) Liz.-Nr. CC BY-SA 3.0, 2. wikipedia.org-wiki-Gregorianischer-Kalender 

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