standort burg liebenburg

Liebenburg, Lkr. Goslar, Burggelände ehem. Burg Liebenburg nahe östl. des Flankierungsturmes      

kreuzstein liebenburg andere seite

Obertägige Maße: Höhe 0,88 m, Br. 0,65, T. 0,18, der ausgewitterte Kreuzstein aus Sandstein, wobei durch diesen Befund die hartadrige Gesteinsstruktur besonders offensichtlich wird, weist randumlaufend beträchtliche Beschädigungen auf; beide Seiten, Rückseite mehr verwittert, zeigen den gleichen Darstellungsaufbau, ein griech. Kreuz im Relief mit leicht nach außen verbreiterten Enden, die vom Rand der vertieften Kreisfläche getrennt sind; das Denkmal wurde 1962 durch den aus Liebenburg stammenden Heimatforscher Otto Thielemann, Goslar, auf dem Gelände der alten ‘Lewenborch’ (Liebenburg) geortet und aus ca. 40 cm Tiefe ausgegraben; nach einer ersten Aufstellung gegenüber der Burg in der Anlage bei den Teichen verbrachte man den Stein in die Parkanlage an der Gemeindeverwaltung (Schäferwiese); seit einigen Jahren an einem zu begrüßenden, würdigen Standort, nahe der Fundstelle (Verf.)  

die Grundsteinlegung der Levenborch erfolgte im Jahre 1292 durch Bischof Siegfried II. von Hildesheim zum Schutze der Ostgrenze des Bistums gegen die Herzöge von Braunschweig und Wolfenbüttel; mit ihren sieben Türmen galt sie als mächtigste Burg des nördl. Harzvorlandes (Quelle: Stadt Liebenburg, Hinweistafel vor Ort) 

Quellangaben: Lit.: 1. W. Müller-E. H. Baumann, Kreuzsteine und Steinkreuze in Niedersachsen, Bremen und Hamburg, 1988, S. 183, daraus:        2. H. G. Griep, Kreuz-Zeichen für Märkte und Bannmeilen, in: Braunschw. Zeitung, Ausg. Goslar 20. 11. 1968, 3. O. Thielemann, Alte Kreuzsteine und Steinkreuze im Raum Goslar, Wunstorf 1974, S. 75-76 u. 1973, S. 45-46 u. 1962, S. 4, 4. Hinweistafel vor Ort, Stadt Liebenburg

detail schmalseite sued
standort

Sehlde, Lkr. Wolfenbüttel, ca. 1,5 km südl. des Ortes, westseitig der Straße nach Altwallmoden, ca. 120 m vor Bahnübergang

steinkreuz sehlde andere seite
detail schmalseite nord

Obertägige Maße: Höhe 1,70 m, Br. 0,56, T. 0,25, das hohe, zum Grabenrand geneigte Steinkreuz aus Kalkstein, weist materialbedingte arge Auswitterung auf; es besitzt proportional gesehen schmale kurze (13 cm) Kreuzarme; auf der Vorderseite (Ansichtsseite) und beiden Schmalseiten nur noch fragmenthaft erkennbare Inschriftsreste got. Minuskel-Buchstaben (Kleinb.); aus partiellen Gegebenheiten, s. unterer Schaftbereich, ist eine einstige Kantenfasung festzustellen, ein Zierelement an Kleindenkmalen, das etwa seit der Gotik verwendet wurde; die einsehbare Schafterweiterung geht in einen nicht ursprünglichen Basissockel über (H. 0,35 m, Br. 0,90); das Denkmal stand ursprünglich weiter westl. in der Feldflur namens ‘Auf dem Kreuz’; der Volksmund gibt einige Sagen wieder: ein Sehlder Knecht erschlug im Streite um das Pflügen seinen Enken (Hilfsknecht) mit einer Reute; Ritter Dietrich von Sehlde, der letzte Sehlder Ritter, erlag einem Herzversagen, als er seine Knechte auf dem Felde aufsuchte; das steinerne Kreuz bezeichnet die Örtlichkeit des wüst gewordenen Dorfes Klein-Sehlde und schließlich steht das Kreuz mit der Schlacht bei Lutter am Barenberge im Zusammenhang (Quelle aller Sagen: Lit. Kalthammer) (Verf.) 

Quellangaben: Lit.: 1. W. Müller-E. H. Baumann, Kreuzsteine und Steinkreuze in Niedersachsen, Bremen und Hamburg, 1988, S. 182, daraus: 2. H. Blume, Kreuzsteine in und um Hildesheim, in: Alt-Hildesheim, Heft 13, Braunschweig Juni 1934, S. 28 u. 1968, S. 147, 216, 3. A. Hoffmann, Die mittelalterlichen Steinkreuze, Kreuz- und Denksteine in Niedersachsen, Hildesheim/Leipzig 1935, S. 6, 39, 4. W. Kalthammer, Das Steinkreuz von Sehlde im Harzvorland, in: Steinkreuzforschung, 3. Jg., Sammelband 8, hrsg. v. Rainer Schmeissner, Regensburg 1983a, S. 29-31, 5. Th. Voges, Die Hünensteine von Benzingerode, 1897, S. 165-167 u. 1895, S. 245

denkmal schlacht am barenberge
detail inschrift
standort rastplatz b 248
detail hinweistafel

Lutter am Barenberge, OT Rode, Lkr. Goslar, ca. 1,2 km westl. des Weilers Rode, Rastplatz westseitig an B 248            

Schlacht bei Lutter a. Barenberge

der Gedenkstein in Form eines Obelisken mit Eichen- und Lorbeerblatt umgrenzten ovalen Inschriftsfeld, sowie ein etwa rechteckig zugearbeiteter Findling mit metallener Inschriftstafel erinnern an den Reitergeneral Hans Philipp Freiherr Fuchs von Bimbach, der hier im Verlaufe des Dreißigj. Krieges, am 27. August 1626, Schlacht bei Lutter am Barenberge, in Folge einer Schussverletzung verstarb und angeblich hier begraben wurde; seine Nachfahren ließen das Grab bis Ende des 18. Jh. pflegen; beim Ausbau der Chaussee im 19. Jh., heutige B 248, wurde das Grab, weil vermutlich hinderlich, geöffnet, wobei man sein Skelett mit beigelegten Schwert fand (Verf.)

Quellangaben: Lit.: Internet: 1. ...wikipedia.org-wiki-Schlacht am Barenberge

volkershmni1

Bockenem, OT Volkersheim, Lkr. Hildesheim, westl. Ortsausgang nach Bockenem, nordöstl. Winkel der Fahrwegkreuzung, neben Gemeindestein mit Aufschrift ‘Volkersheim’

kreuzstein volkersheim
andere seite
detail hinweistafel

Obertägige Maße: Höhe 0,58 m, Br. 0,38, T. 0,18, der sich verjüngende Kreuzstein aus Sandstein zeigt auf der Vorderseite erhaben im Relief ein breitbalkiges lat. Kreuz, auf der Rückseite nur breitrillig eingetieft; auf dem Scheitel ein gerundete Vertiefung, die als Abwetzmal mittelalterlicher Hieb- oder Stichwaffen deutbar ist, s. Einf.; das Denkmal wurde im Jahre 1952 in der Feldmark von Volkersheim entdeckt (Verf.)

Quellangaben: Lit.: 1. W. Müller-E. H. Baumann, Kreuzsteine und Steinkreuze in Niedersachsen, Bremen und Hamburg, 1988, S. 181, daraus: 2. O. Kalthammer s.o. 1975, S. 214

standort alter gittelder weg

Kalefeld, OT Düderode, Lkr. Northeim, ca. 1,2 km südöstl. des Ortes am alten Gittelder Weg (Weg v. Freibad in östl. Richt., ca. 100 m nach Waldeintritt nahe südl. des Weges) ‘Schäferstein’ 

kreuzstein duederode andere seite

Obertägige Maße: Höhe 0,75 m, Br. 0,43, T. 0,25, der ‘Schäferstein’ genannte, giebelförmig gestaltete Kreuzstein aus Kalkstein zeigt beidseitig ein bis zu den Rändern reichendes eingetieftes lat. Kreuz und besitzt untertägig einen nach einer Seite ausladenden Basisblock; das Denkmal wurde erstmalig 1935 durch Wilhelm Lampe, Lehrer in Harriehausen, beschrieben; angeblich ist der Stein einige Jahrzehnte vorher von Waldarbeitern ausgegraben worden (Quelle: Aussage eines Düderoder Einwohners: ...duederode.de-kreuzstein); in der Zeit um den letzten Krieg geriet der Stein in Vergessenheit bzw. aus welchen Gründen auch immer, galt als nicht mehr auffindbar; doch am 25. Juni 1975 fand der Seesener Heimatforscher Wilhelm Kalthammer den Kreuzstein an bekannter Örtlichkeit wieder (Lit. Müller-Baumann); der alte Gittelder Weg war in früheren Zeiten ein viel frequentierter Weg, über den Eseltreiber Korn aus dem fruchtbaren Harzvorlande in die Bergstädte transportierten, oder Viehhändler zogen, wie auch Händler aller Art, der auch von den Einwohnern der umliegenden Orte oft benutzt wurde; von daher ist es nicht verwunderlich, dass der Volksmund von vielen Ungeheuerlichkeiten und Missetaten weis, die sich hier zugetragen haben sollen; speziell über den Kreuzstein, der dafür vielleicht Nahrung bot, werden einige Sagen wiedergegeben, die jedoch sehr voneinander abweichen: ein Schweinehändler wurde beraubt und getötet; Eselstreiber, die Korn geholt hatten, gerieten um einen Pfennig in Streit; ein Junge ist zu Tode gekommen; ein Schäfer ist erschlagen worden, weil er sich gegen das Leibeigenrecht verweigerte seine Frau dem Herrn zu überlassen, usw. in verschiedenen Varianten (Verf.)         

Quellangaben: Lit.: 1. W. Müller-E. H. Baumann s.o. S. 213, daraus: 2. Fr. K. Azzola, Hess. Nieders. Kreuzsteine, 1978, S. 152, 3. D. Denecke, Methodische Untersuchungen zur historisch-geograph. Wegeforschung im Raum zwischen Solling und Harz, Göttingen 1969, S. 355, 4. O. Kalthammer s.o. 1973 u. 15. 11. 1975, Neues von der Kreuzsteinforschung im Harz, in: Unser Harz 23, Nr. 11, Das Schäferkreuz wiederentdeckt, Denkstein aus dem 17. Jh. erinnert vermutlich an eine Mordtat, 5. W. Lampe, Steinerne Urkunden aus dem Kreise, Osterode 1935, S. 59 6. A. Hoffman, Die mittelalterlichen Steinkreuze, Kreuz- und Denksteine in Niedersachsen, Hildesheim/Leipzig 1935, S. 25; Internet: ...duederode. de-Kreuzstein, daraus: Seesener Tageszeitung, Rhüdener Tagesblatt 100 Nr. 258 vom 5. 11. 1975

standort verdener dom kreuzstein verden aller

Verden (Aller) Lkr. Verden, A: Stützgemäuer Turmostseite Verdener Dom, ca. 12 m Höhe bündig vermauert

Maße: ca. Höhe 0,45 m, Br. 0,65, Sandsteinplatte mit Kreuzigungsszene im Relief, dessen Herkunft momentan nicht geklärt werden kann; der heutige got. Dom zu Verden (Mariae et Ceciliae) gilt als Wahrzeichen der Stadt und wurde in nach mehreren Vorgängerbauten in zwei Bauabschnitten fertiggestellt, 1290-1323 u. 1473-1490 (Quelle: ...dom-verden.de)

rinnen- o. rillenstein innenhof domherrenhaus verden sachsenhain verden

Verden, B: OT Dauelsen, Am Sachsenhain, nördl. Stadtrandgebiet, ‘Sachsenhain’

Rillen- oder Rinnensteine im Innenhof des Domherrenhaus, Historisches Museum Verden, Untere Str. 13, die aus Luttum und Kükenmoor stammen; vermutlich von ritueller Bedeutung bei Opferkulten der Jungstein in der Zeit um 8000-2000 v. Chr.

das ‘Sachsenhain’ genannte ca. 15. Hektar umfassenden Areal wurde als ehem. Kultstätte in der Zeit des Nationalsozialismus geschaffen, wobei die Einweihungsfeier am 21. Juni 1935 stattfand; ein ca. 1,5 km langer, breit angelegter Rundweg unter mächtigen Eichen, der eine vermeintliche germanische Thingstätte umgibt, gesäumt einst von etwa 4500 Findlingen, wurde im damaligen Sinne der Ahnenverehrung angelegt; für diesen Zweck wurden die Bauern der gesamten Region verpflichtet ihre aufgefundenen Findlinge dafür bereitzustellen, sogar alte Megalithgräber wurden abgetragen und damit unwiederbringlich zerstört; von daher befinden sich auch unter den Steinen viele sog. Rinnen- (Rillen-) und Opfersteine, die noch heute an ihren Zeichen bzw. Bearbeitungen zu erkennen sind; als es sich dennoch schwierig erwies diese Anzahl von Findlingen aufzubringen, setzte man noch diverse Bruchsteine hinzu; geschichtlicher Hintergrund: nach nicht bewiesenen, legendenhaften Überlieferungen soll der Frankenkönig Karl der Große im Jahre 782 im Zuge der Sachsenkriege bei Verden an der Aller, nahe der Mündung in die Weser, ein Exempel statuiert haben, indem er an einem Tage um die 5000 gefangene Sachsenkrieger köpfen ließ, worauf sich die Wasser der Aller rot verfärbt haben sollen: das ‘Blutgericht von Verden’; die Nationalsozialisten setzten für jeden hingerichteten Sachsenkrieger einen Findling zur symbolischen Verehrung; in Anbetracht des von K. d. Gr. nachweislich äußerst grausam geführten Vernichtungskrieg gegen den erbitterten Widerstand der heidnischen Sachsen, oft auch Christianisierung genannt - man denke nur an die blutigen Feldschlachten bei Osnabrück, sowie auf dem Sintfeld bei Paderborn u. Dachtelfeld im Süntel, wo auch zahlreiche Franken fielen - ist ein derartiger, ungeheuerlicher Willkürsbefehl durchaus denkbar (Verf.) 

Quellangaben: 1. Internet: 1. ...wikipedia.org-sachsenhain, ...rillensteine, 2. Beurt. v. Verf.

verschollene Objekte der Region: 1. Kalefeld, OT Düderode, Lkr. Northeim, W. Lampe, 1935, führt ein sog. ‘Kettelkruize’ ohne Standortangabe auf, wobei der Flurname noch existiert (Quelle: 1. Müller-Baumann s.o. S. 213, 2. Denecke, 1969, S. 354, Lampe, 1935, S. 62) 2. Hahausen, Lkr. Goslar, nach Lit. Kalthammer wurden in der 1. Hälfte 16. Jh. die sog. ‘signet crutze’ gesetzt, die eine ‘hantwisinge’ zeigten (Akte 7 Alt S 1705, Staatsarchiv Wolfenbüttel); es soll sich um ‘drie stene crutze’ gehandelt haben (Akte von 1510 - St. A. Wob. 26 Alt 1581) die Denkmale sind in einer Karte (St. A. Wob. 26 Alt . 1581) eingezeichnet (Quelle: 1. M.-B. S. 197, 2. Kalthammer, 1983, S. 44 u. 1981 u. 1982, S. 109- 110, 3. Kleinau, 1974, S. 127) 3. Hahausen, Nawerhausen (Wüstung), Lkr. Goslar, das sog. ‘Warneken Crutze’ soll 1535 in der Nähe des ausgegangenen Dorfes Nawerhausen gestanden haben; vermutlich ist es identisch mit dem Kreuz am Hünscheberg, das auf der von W. Ackenhausen, 1952, veröffentlichten Karte aus dem 17. Jh. eingezeichnet ist (Quelle: 1. M.-B. S. 197, 2. Kalthammer, 1975, S. 214 u. 1978, 3. Acken hausen, 1952, S. 4-7) 4. Bad Harzburg, OT Harlingerode, Lkr. Goslar, ein Kreuzstein bis um 1880 auf dem ostseitigen Steilufer der Oker, nahe der dortigen Richtstätte (Galgen), Flurname: ‘Am Kreuzstein’ (Quelle: 1. M.-B., S. 198, 2. Kalthammer, 1973, S. 193)  5. Bad Salzdetfurth, Lkr. Hildesheim, die Kleine Stadtkunde von 1977 erwähnt auf dem Kreuzberg östl. des Ortes zwei Scheibenkreuze, angeblich nach eine Karte um 1700, die hier neben einem Galgen zwei große Scheibenkreuze zeigt (um 1800 noch vorhanden); aus einem Erbregister von 1661 beginnt u. endet eine Beschreibung der Stadtgrenze von 1578 ‘...in die Creutze vor dem Salze...’ (Quelle: 1. M.-B. S. 181, 2. Kabus, 1961, S. 22) 6. Heere, OT Groß Heere, Lkr. Wolfenbüttel, F. Timmermann, Hameln, verweist 1912 in seinem Aufsatz über Kreuzsteine als Postleitsteine auf einen Kreuzstein bei Groß Heere (Quelle: 1. M.-B. S. 182, 2 Timmermann, 1912, S. 197 /225, 3. Vorwahl, 1924)                                       

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