urheber: t. sobczyk-a. bueltemeier

Königswartha, OT Oppitz, Lkr. Bautzen, am nordöstl. Waldrand des Waldgebietes Hahnenberg (Waldgebiet 'Am Maukestein'), an der Gemarkungsgrenze zwischen Oppitz und Droben (günstig erreichbar: der südwärts aus Oppitz führende 'Drobener Weg' erreicht nach ca. 300 m den Waldrand, hier folgt man nach links weglos, Richtung Nordosten, entlang des Waldrandes ca. 400 m bis zum Standort), Gedenkstein, Benennung: 'Mauke Stein')

Obertägige Maße: Höhe 1,40 m, Br. 63 cm, T. 42 cm (Lit. T. Sobczyk/A. Bültemeier), massive gerundet abschliessende Granitplatte mit geglätteter Inschriftsfläche auf Vorderseite: 'Robert Mauke / herrschaftlicher Revierförster / zu Droben / wurde hier auf einem Revier- / gange von Mördern über- / fallen und grausam umge- / bracht am Sonntag d. 21. Febr. / 1869 / Abends zwischen / 6 und 7 Uhr / Der Herr wird das Blut / seiner Knechte rächen / 5. Mose 32,43', dazwischen ein kleines 'Deutsches Kreuz' (Verf.)

Geschichte
Der Fall Mauke kann als eines der grausamsten Verbrechen der deutschen Forstgeschichte betrachtet werden. Robert Mauke, herrschaftlicher Revierleiter in Droben, stand in Diensten des Milkeler Grafen Curt von Einsiedel. Als er am Abend des 21. Februar 1869 einen Reviergang unternahm wurde er an dieser Stelle brutal ermordet. Oppitzer Einwohner hörten zwei Schüsse. Erst tags darauf fanden Waldtagelöhner die schrecklich zugerichtete Leiche des Beamten. Er lag mit dem Gesicht nach unten, also auf dem Bauch, mit völlig zertrümmerten Schädel. Auf seinem Rücken lag sein in zwei Teile zerbrochenes Gewehr, aus dem zweimal geschossen wurde. Er traf vermutlich auf Wild- oder Holzdiebe, gab zwei Warnschüsse ab, ehe er von den Mördern überwältig werden konnte. Mauke wurde am 26. Februar 1869 auf dem Milkeler Friedhof beerdigt. Die Grabrede hielt der in der Region beliebte Pfarrer Kordina. Er hinterließ fünf unmündige Kinder zwischen 2 und 12 Jahren.  
Recherchen von Manfred Ladusch eröffnen einen brisanten Hintergrund: R. Mauke stammte aus dem Grenzgebiet des benachbarten Tschechien und soll dort vor Jahren einen Wilderer erschossen haben, dessen Kumpan schwere Rache schwor. Trotz heimlicher Umsiedlung in die Lausitz wurde er wahrscheinlich aufgespürt und fiel dem Racheschwur zum Opfer. Der oder die Täter wurden nie gefasst (Verf. frei nach Lit. T. Sobczyk/A. Bültemeier)  

Quellangaben: Lit.: 1. Thomas Sobczyk/Andreas Bültemeier, Denkmale in den Oberlausitzer Wäldern, 2016, Oberlausitzer Verlag, Spitzkunnersdorf, S. 262-263 m. Lagekarte, Beschreibung u. Foto von Jan. 2015 (Kopie), daraus: 2. M. Ladusch, Wer erschlug den Förster Robert Mauke, in: Oberl. Hausbuch, 1996, S. 40-42, Internet: 1. geschichtsverein-rak.de-Mauke-Stein m. Foto      

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