kreuzstein barkhausen
standort margarethenkapelle wittekindsberg

Porta-Westfalica, A: OT Barkhausen, Kreis Minden-Lübbecke, Wittekindsberg, Westseite der Margarethen-Kapelle, innerhalb der frühgeschichtlichen Wallanlage Wittekindsburg, ca. 1,5 km westl. des Kaiser-Wilhelm-Denkmal

Obertägige Maße: Höhe 1,90 m Br. 0,70, T. 0,33, nach einer Mitteilung von Dr. Martin Krieg, Minden, wurde der Kreuzstein im Jahre 1932 in seinem Beisein unweit der Kapelle unter Laub und Erde vergraben aufgefunden, worauf die Aufstellung am jetzigen Platz erfolgte; ältere Einwohner von Barkhausen jener Zeit erinnerten sich, den Stein schon früher an der Kapelle gesehen zu haben; der westfälische Historiker und Archäologe Leopold v. Ledebur erwähnt ihn in seiner 1824 erschienenen Schrift ‘Das Fürstentum Minden’ nicht, obwohl hier u.a. die Kreuzsteine zu Bölhorst, Eidinghausen und Rahden aufgeführt sind; der entlang seiner Struktur arg ausgewitterte Kreuzstein aus Portasandstein, dem gleichen Baumaterial der Kapelle, zeigt erhaben im Relief ein griechisches Kreuz auf Tragestab, mit nach außen leicht verbreiterten Enden, die typische Darstellung eines Vortrage- oder Vorhaltekreuzes; die ursprüngl. Aufstellung als Grabstein, hinsichtlich der historischen Gegebenheiten, ist zu vermuten; der Wittekindsberg ist kulturhistorisch von großer Bedeutung; ‘Wittekind’ ist eine abgeleitete Form von Widukind, der bekannte Sachsenherzog, der im 8. Jh. in der Region den Widerstand gegen Karl den Großen in den Sachsenkriegen organisierte; onomastisch ist Widukind ein zweigegliederter germanischer Rufname: Witu (Wido) = Wald und Kind im Sinne kosender Funktion, ein Sohn des Waldes, Waldmensch; vermutlich befand sich hier, weit vor Christus, hoch in exponierter Lage über den Weserauen, eine germanische Kultstätte, die sich um die Zeitenwende zu einer der größten Fliehburganlagen des norddeutschen Raumes entwickelte; aus frühchristlicher Epoche ist innerhalb der heute noch erkennbaren Wallanlagen eine Einsiedelei nachgewiesen, aus der im Jahre  993 das vom Mindener Bischof Milo gegründete Benediktinerinnen-Kloster hervorging, das um 1000 vom Mindener Bischof Ramward nach Minden verlegt wurde, die Keimzelle des späteren Klosters mit Kirche St. Marien; am ursprünglichen Platze verblieb die noch heute befindliche Margarethenklus, später Margarethenkapelle, an deren Außenwand der Kreuzstein steht; oberhalb, direkt auf dem Bergkamm, legte man 1996 die Grundmauern einer kleinen Kreuzkirche frei, in deren Innern mehrere Grabstellen entdeckt wurden; der vorromanische Bau, im Grundriss eines gleicharmigen Kreuzes, wird von Fachleuten um das Jahr 1000 datiert, eine archäologische Sensation, da europaweit nur vier vergleichbare Anlagen bekannt sind; das heutige Hotel Wittekindsburg steht auf den Grundmauern der abgegangenen, im Mittelalter ausgebauten Burganlage, und beherrscht das heutige Erscheinungsbild der alten Stätte; in vorreformatorischer Zeit führten von Minden Prozessionen und Wallfahrten auf den Berg, über die jedoch wenig bekannt ist; bis 1810 verblieb die Kapelle in katholischen Besitz (Verf.)

Quellangaben: Lit.: 1. Wilhelm Brockpähler, Steinkreuze und Kreuzsteine in Westfalen, Münster 1963, S. 73, daraus: 2. Leopold v. Ledebur, Das Fürstentum Minden, o.J., gedr. Ausg. v. G. H. Griese, S. 42-44, 3. Ludorff, Bau- u. Kunstdenkm. des Kr. Minden, Münster 1902, S. 8-9, 4. L. Schmitz-Kallenberg, Monasticon Westfaliae, Münster 1909

gedenkstein oberst v. pless
dorfkapelle barkhausen

Porta-Westfaslica B: OT Barkhausen, ‘Kapellenwinkel’ an der Ostseite der Dorfkapelle, außen, liegend, Gedenkstein Oberst v. Pless

Maße: H. 1,30 m, Br. 0,95, T. 0,15, laut Hinweistafel am Eingang zum Kirchhof erinnert die Steinplatte mit unleserlicher Inschrift an die Ehefrau und den Sohn des Schwedischen Obersten von Pless, die im Jahre 1639 im Dorfe verstarben (8. 1./18. 12) die im ursprünglichen Ortskern von Barkhausen wohl am sog. Anger gelegene Dorfkapelle wurde um das Jahr 1540 erbaut; in jener Zeit, als auch die lutherischen Lehren das Mindener Gebiet erreichten, existierte im Ort nur ein Gotteshaus, die katholische sog. Margarethenklus auf dem Wittekindsberg; eine ev. geprägte Seelsorge war zunächst nur über eine Anbindung an die Mindener Landgemeinde von St. Martini möglich; von daher realisierte sich der Wunsch der Barkhausener nach einer eigenen, friedhofsnahen und in Ortsmitte gelegenen Kirche

Quellangaben: Lit.: 1. Hinweistafel vor Ort, Internet: 1. ...wikipedia.org-wiki-Barkhausen

detail inschrift
denkmal deutsche maenner
standort veltheimer faehre

Porta-Westfalica C: OT Veltheim, auf dem Weserdamm an der Veltheimer Fähre, ‘Denkmal für 81 Deutsche Männer’

Maße: Höhe Obelisk ca. 7 m, das über eine Treppe begehbare Denkmal wird von einem Obelisk beherrscht, an dessen Basis ein giebelförmig gestalteter Inschriftsblock angesetzt ist; das Unglück, wobei 81 Soldaten den Tod fanden, gilt als die größte Katastrophe in der Friedensgeschichte der damaligen Reichswehr; der heutige Fährmann berichtet folgendes: die Pioniere der 6. Division brachen wenige Tage vor dem Unglück in Detmold auf und marschierten über Lemgo, Hohenhausen an die Weser bei Varenholz; sein Vater erlebte als Kind den Durchzug der Truppe durch Lemgo, wobei viele Kinder sich kilometerweit anschlossen; an der alten Varenholzer Fähre legte man eine Pontonbrücke an, die dann in militärische Übungen einbezogen wurde; an jenem 31. März 1925, die Weser führte noch Treibeis, kamen von 85 Männern 81 ums Leben als man von der Veltheimer Seite aus übersetzen wollte, gab die Brücke nach und die Männer stürzten in voller Sturmausrüstung in das eiskalte Wasser, wurden in die Tiefe gerissen und ertranken; die Einweihung des Denkmales erfolgte am Jahrestag 1926 (Verf.)

Quellangaben: Internet: 1. ...wikipedia.org-wiki-Veltheimer Fähre, 2. mündl. Fährmann Veltheimer Fähre, 2005

gedenkstein faehrunglueck eisbergen

Porta-Westfalica D: OT Eisbergen, am linken Weserufer an der Brücke, der etwa 1m hohe Findling erinnert an das Fährunglück mit 12 Toten, am 13 Mai 1945, s. eingetiefte Inschrift

Quellangaben: Internet: 1. ...wikipedia.org-wiki-Eisbergen

c. 2005

www.kreuzstein.eu