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Mudau, OT Scheidental, Lkr. Neckar-Odenwald-Kreis, A/B: nordöstl. von Unter-Scheidental im Wiesental der Elz, etwa halbwegs nach Langenelz am 'Krämerweg', der unmittelbar die Elz passiert (günstig erreichbar: ca. 1 km nach Beginn der 'Auerbergstraße' von Abzw. 'Sonnenhügel' in Richtung Langenelz zweigt der 'Krämerweg' südl., rechts, ab und erreicht nach kurzer Strecke den Standort an der Elz), 2 Steinkreuze im Abstand von 2 m (linkes Kreuz geringfügig versetzt)

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Obertägige Maße: A l.: (aktuell nicht bekannt), in ebenerdiger Bodenplatte verankertes Steinkreuz wohl einst lat. Form aus Buntsandstein mit fehlendem Kopfbalken (nur noch ansatzhaft erhalten), rechter Kreuzarm linear eingerilltes, waagerecht nach außen weisendes Pflugsech sowie vom Kreuzungsfeld bis in Schaft reichende senkrechte Einrillung einer vermutl. sog. 'Saufeder' (mittelalterliche Jagdwaffe, kurzer geschäfteter Spiess zum Erlegen gestellter Wildschweine), B: (aktuell nicht bekannt), Steinkreuz lat. Form aus Buntsandstein mit linear eingetieften kleinen Kreuz unterhalb des Kreuzungsfeldes am Schaftansatz (Verf.)

Ang. B. Losch, 1981: 'Standort TK 6421 Buchen (Odenwald) R 13040 H 86220, Flst. 2356. Im Wiesental Richtung Langenelz, nicht weit voneinander entfernt, an einem ehemaligen Weg (W. Haas, 1976, Mitte 1970 geringfügig versetzt). Beschreibung: Buntsandstein, Bearbeitungsspuren beim näher am Ort gelegenen Kreuz (IX). Beim näher an der Straße gelegenen Kreuz (X) fehlt der Kopf, im Ansatz steckt ein Nagel. Schleifrille am linken Arm. Sockel. Maße: (IX) Höhe 1,05 m, Br. 0,95, T. 0,25, (X) Höhe (0,65 m), Br. 1,09, T. 0,22, Form: (IX) Armlänge betont. Die Arme sind zu den Winkeln hin minimal verbreitert; die Armenden verbreitern sich nach außen ebenfalls leicht, besonders an der Unterseite. Die Arme sind nicht genau gleich hoch angesetzt; Kopf und Schaft sind gegeneinander verschoben. - (X) Lange, in der Ansicht breite Balken, minimal verbreitert. Zeichen: (IX) Kleines, oberflächlich eingeritztes Kreuz im Schaftansatz. - (X) nach links zeigender Pflugsech im linken Arm. Der Sech sitzt an einer parallelseitig geführten, senkrecht über den Längsbalken ziehenden Einrillung. Datierung: (IX) ca. 16./17. Jh. (X) ca. 16. Jh. Volkstümliche Überlieferung: Vor vielen Jahren hatte ein Scheidentaler Bauer an einen Metzger einen Ochsen verkauft. Als dieser den Ochsen abholen wollte, war der Bauer beim Pflügen auf dem Feld. Der Metzger ging dem Bauern nach. Sie gerieten miteinander in Streit und verfolgten sich durch den Eichenwald bis an die Grenze zwischen Scheidental und Langenelz. Dort erschlug der Bauer mit dem Sech des Pfluges (=Pflugmesser) den Metzger. Darauf sprang der große Metzgerhund den Bauern an und zerfleischte ihn. Zur Erinnerung wurden an dieser Stelle die zwei Steinkreuze errichtet (P. Assion, 1972). 'Ein Metzger erstach einen Bauern wegen eines Kalbes' (M. Walter, 1923), Flurname: 'Kreuzlos' (W. Haas, 1976)' (Textkopie B. Losch 1981)

kopie b. losch 1981
kopie b. losch 1981

Quellangaben:  Lit.: 1. Bernhard Losch, Sühne und Gedenken - Steinkreuze in Baden-Württemberg, Stuttgart 1981, S. 169-170, Mudau IX, X, Ortsteil Scheidental m. Abb. 273, S. 35, 292, S. 38, Kopien), daraus: 2. Werner Haas, Steinerne Stege und ihre Steige im südlichen Odenwald, Breuberg-Neustadt 1976, S. 69, 3. Peter Assion, Weiße Schwarze Feurige. Sagen aus dem Frankenland, Karlsruhe 1972, S. 143, Nr. 128 m. Varianten u. weiteren Nachweisen, 4. Max Walter, Die Steinkreuze des östlichen Odenwaldes, Buchen 1920, S. 30

Internet: 1. ...hvv-mudau.de/flurdenkmale.html-Heimat- und Verkehrsverein Mudau: Die Flurkreuze der Gemarkung Mudau, Scheidental, Kreuze an der Elz in Unterscheidental, S. 13-14 m. 3 Fotos (Kopien), am ehem. 'Kirchenpfad' nach Mudau bzw. Balsbach 

quelle: ...hvv-mudau.de
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Mudau, OT Scheidental, Lkr. Neckar-Odenwald-Kreis, C: in Unter-Scheidental, 'Unterscheidentaler Straße' im spitzen Winkel mit 'Schulstraße', rechts der 1922 erbauten Kapelle 'Kriegerdenkmal Unterscheidental' (Gefallene 1. Weltkrieg), Steinkreuz

Obertägige Maße: (aktuell nicht bekannt), markant schmal- und langbalkiges Steinkreuz lat. Form aus Buntsandstein (Verf.) mit Darstellung eines Dolches (...hvv-mudau.de)

Ang. B. Losch, 1981: 'Standort TK 6420 Mudau-Schlossau R 12080 H 85300. Am Ortsausgang von Unterscheidental nach Langenelz, vor Haus Nr. 30. Früher eingemauert (M. Walter, 1923). Beschreibung: Buntsandstein, Bearbeitungsspuren. Maße: Höhe 1,00 m, Br. 1,12, T. 0,21, Form: Ausgesprochen lange, in der Ansicht schmal gehaltene Balken. Die Maße der Armlänge differieren leicht. Zeichen: Schräg nach rechts abwärts gerichteter Dolch im Relief auf dem oberen Schaftteil. Datierung: ca. 16./Anfang 17. Jh. Volkstümliche Überlieferung: Unter dem Kreuz soll ein Zigeuner begraben sein (M. Walter, 1920)' (Textkopie B. Losch 1981)

kopie b. losch 1981

Quellangaben: Lit.: 1. B. Losch, 1981, S. 169, Mudau VIII, Ortsteil Scheidental m. Abb. 291 (Kopie), S. 37, daraus: 2. M. Walter, 1920, S. 12 u. Vom Steinkreuz zum Bildstock (Bad. Steinkreuzforschung), Karlsruhe 1923, S. 7, 3. Heinrich Riebeling, Steinkreuze in Hessen, 1977, S. 199, Nr. 6420.6 m. Beschreibung 

Internet: 1. ...hvv-mudau.de/flurdenkmale.html-Heimat- und Verkehrsverein Mudau: Die Flurkreuze der Gemarkung Mudau, Scheidental, Kreuz am Ortsausgang Richtung Langenelz, S. 15 m. 2 Abb. (Kopien)

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Mudau, OT Scheidental, Lkr. Neckar-Odenwald-Kreis, D: , westl. von Ober-Scheidental, nordseitig der 'Reisenbacher Straße', ca. 250 m nach den letzten Anwesen, Kreuzstein, Benennung: 'Hutzelstein'

Obertägige Maße: (aktuell nicht bekannt), stelenartige, gerundet abschliessende Buntsandsteinplatte mit kleinem Kreuzrelief auf der Ansichtsseite, darunter kaum mehr deutbare Einrillungen, vermutlich eines Datums (Verf.)

Ang. Heimat- und Verkehrsverein Mudau: Hutzelstein, ein besonderer Bildstock in der gleichnamigen Gewann; möglicherweise Übergang vom Steinkreuz zum Bildstock, auch als 'evangelischer Bildstock' bezeichnet; Oberscheidental unterstand lange dem evangelischen Rüdten; unter dem Kreuz Zeichen, die als sog. Hutzeln deutet werden; nach der Sage gerieten früher zwei Buben, die hier auf den Wiesen Schafe und Kühe hüteten, wegen einer Hutzel (Dörrobst) derart in Streit, dass sie sich mit Fußtritten gegenseitig tot traten; am Platze des Geschehens setzte man den Hutzelstein mit einer eingemeißelten getrockneten Birne, eben einer Hutzel; eine weitere Version berichtet von zwei Buben, die am 'Peterstag' von Haus zu Haus sangen und dabei Geschenke wie Nüsse - 'Hutzeln' oder Gutsel erhielten, wobei sich einer benachteiligt fühlte - es kam zu einer Verfolgungsjagd, die an der Stelle des Steines tödlich endete; die Zeichen auf dem Stein könnten auch Hofmarken der Stifter sein, ferner könnte 'Hutzelstein' aus 'Hoher Stein' herfvorgehen, vor dem Hintergrund, 'Hohe Straße', eine Altstraße, die hier vorbeiführte (Verf. frei nach hvv-mudau.de)  

Quellangaben: Internet: 1. ...hvv-mudau.de/flurdenkmale.html-Heimat- und Verkehrsverein Mudau: Die Flurkreuze der Gemarkung Mudau, Oberscheidental Hutzelstein, S. 17 m. Foto (Kopie), 2. ...mapy.cz-Ober-Scheidental-Lagekarte 
 
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