andere seite
steinkreuz schoengleina

Schöngleina, Saale-Holzland-Kreis, westseitig an der Straße nach Rodigast, 100 m nach dem Ortsausgang auf der ‘Knochen’ genannten Anhöhe

Obertägige Maße: Höhe 0,72 m, Br. 0,40, T. 0,32, das Steinkreuz aus Sandstein ist durch Abarbeitung und Verwitterung in seiner Form nur noch zu erahnen, da auch vermutlich eine recht rohe Steinmetzarbeit vorliegt, die wohl die Kreuzform nur in gerundeten Zügen erzeugte, sicher ein Indiz auf ein hohes Alter; eine Seite zeigt fragmenthaft erhalten ein lat. Balkenkreuz, die andere eine näpfchenförmige Vertiefung, die als Abriebsmal deutbar ist, s. Einf. (Verf.) sowie Kritzeleien neuerer Zeit; auf der markanten ‘Knochen’ genannten Anhöhe soll sich eine Gerichtsstätte mit Galgen befunden haben; im Dorfe hält sich die Sage von einem hier umgekommenen Schneider, auf dem Stein wäre eine Schere zu erkennen 

Quellangaben: Lit.: 1. Frank Störzner, Steinkreuze in Thüringen, Katalog Bezirke Gera-Suhl, Weimar 1988, S. 85, 86, daraus: 2. P. Heinecke, Über Steinkreuze und Sühnesteine, Stadtroda 1961, 3. G. Ost, Alte Steinkreuze in den Kreisen Jena, Stadtroda und Eisenberg, Jena 1962, S. 36, 4. H. Köber, Die alten Steinkreuze und Sühnesteine Thüringens, Erfurt 1965, S. 6

steinkreuz mennewitz andere seite
standort

Schlöben, OT Mennewitz, Saale-Holzland-Kreis,  westseitig an der Straße Schlöben-Schöngleina, ca. 500 m nördl. des Abzweiges nach Mennewitz

Maße ab Fundament: Höhe 0,95 m, Br. 0,70, T. 0,27, das Steinkreuz lat. Form aus Sandstein mit arg beschädigten Armen weist einen ersetzten Schaft auf und ist in ein Betonfundament eingelassen aufgestellt, auf dem vor dem Kreuz die eingekritzelten Initialen ‘W. S. T.‘ zu sehen sind, vermutlich die damaligen Restauratoren; nach einem Foto von 1944 ist dieser Standortbefund bereits zu verzeichnen; die Vorderseite zeigt ein eingerilltes im ersetzten Schaft komplettiertes Beil, das imgrunde, wie auch das Schwert, ein Symbol des mittelalterl. Hoch- bzw. Blutgerichtes ist; Gericht über Leben und Tod nach altem Recht, stand ursprünglich dem König zu, später bis auf den Kleinadel übertragen; Sühnemale mit derartiger Symbolik bezeichneten vermutlich ursprünglich jene Gerichts- bzw. Richtstätten oder wurden an der Stelle eines todeswürdigen Vergehens zur Sühne gesetzt, das vor obiger Institution verhandelt wurde (Verf.) nach älteren Flurnamen in historisch. Karten wie ‘Creutzstein’ 1733 und ‘unterm Creutz’ ‘an der Creutzwiesen’ ‘bey dem Creutz’ lässt sich der urspr. Standort ungefähr bestimmen, ca. 250 m nördl. des heutigen Platzes, an einem Feldweg östl. von Mennewitz; die Versetzung an den derzeitigen Standort ist nach einer Mitteilung von H. Fischer, Jena um die Zeit vor dem Beginn des letzten Krieges erfolgt; nach der Sage ist an der Stelle ein Fleischer aus Schöngleina getötet oder vom Blitz erschlagen worden, als er vom Schlachten auf dem Heimweg war (Ost, 1962) eine andere Version will von einem Kaufmann aus Erfurt wissen, der von Räubern überfallen und erschlagen wurde (Bauer, 1960)                 

Quellangaben: Lit.: 1. Frank Störzner, Steinkreuze in Thüringen, Katalog Bezirke Gera-Suhl, Weimar 1988, S. 87-88, daraus: 2. K. Back, Von Kreuz-Steinen, Altenburg 1864, S. 5, 3. K. Bauer, Zwischen Saale und Elster, Eisenberg 1960, S. 90, 4. Heinecke, 1961, 5. Ost, 1962, S. 36, 6. Köber, 1965, S. 6

c.2010

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