steinkreuz steinheim lothe standort andere seite

Steinheim, OT Lothe, Kreis Höxter, westseitig an Straße nach Lothe, kurz vor der Lother Höhe am Radweg

Obertägige Maße: Höhe 1,20 m, Br. 0,80, T. 0,25, das Steinkreuz aus Eggesandstein mit sockelförmiger Basis zeigt im Halbrelief ein Kruzifix mit INRI - Schriftband sowie am Schaftende, arg verwittert, Totenschädel mit Beinknochen, das Symbol lat. ‘memento mori ! - gedenke des Todes ! darunter die Fragmente einer unleserlichen Inschrift, die aus der Lit., s.u., wie folgt wiedergegeben wird; Kopf und Oberkante der Kreuzarme weisen Abwetzmale auf, s. Einf.; Rückseite zeichenlost (Verf.): ... Ist sein Knabe jung und Fromm... ist... kam hier zu Tode den 27 Feb 1768...

verschollene Objekte: Steinheim, ein Steinkreuz mit Wappenzeichen stand an der Straße nach Lothe  (Quelle: Lit. s. u.)

Quellangaben: Lit.: 1. Wilhelm Brockpähler, Steinkreuze und Kreuzsteine in Westfalen, 1963, S. 69

steinkreuz rolfzen standort detail inschrift

Steinheim, OT Rolfzen, Kr. Höxter, A: ca. 1,5 km nordwestl. des Ortes an der alten Steinheimer Straße (Nordseite B 239), Einm. des südl. Zugangsweges auf den Stoppelberg (Stadtwüstung) 

Maße: Höhe ca. 3,50 m, das ‘Weiße Kreuz’ genannte Kruzifix auf Inschriftspostament, flankiert von zwei mächtigen Schwarzpappeln und Linden, bezeichnet die Örtlichkeit eines tragischen Pferdekutschenunfalles, wobei eine Person zu Tode kam; das Denkmal wurde 1865 von der damals in Sommersell ansässigen, heute ausgestorbenen Familie Hecker errichtet; aus der Familienchronik geht hervor, dass ein Fuhrwerk mit mehreren Mitgliedern der Familie auf dem Wege nach Steinheim schwer verunglückte; dabei kam ein Mitglied zu Tode und drei weitere wurden schwer verletzt; das Denkmal wurde im Frühjahr 2001 auf Initiative der Heimatfreunde Sommersell, Rolfzen und Steinheim grundlegend renoviert                   

Quellangaben: Lit.: 1. Stadtmagazin Steinheim, Nr. 93, Dez. 2001, Seite 17, 2. Stadtarchiv Steinheim

standort

Rolfzen, B: ca. 300 m westl. von Objekt A an der alten Steinheimer Straße, Antoniusstein, Antoniuspöstken, Hilligenpöstchen

Maße: Höhe 2,30 m, Br. 0,55, T. 0,55, der Antoniusstein aus Wesersandstein an der Rolfzener Straße in der Nähe des Stoppelberges wurde im Jahr 1726 errichtet; es ist weder der Stifter noch der Anlass der Errichtung bekannt; auf einem schweren Sandsteinsockel erhebt sich der quadratische Unterbau; drei Seiten zeigen einen Kreis im Quadrat, dessen Ecken durch Blattornamentik ausgefüllt sind; der vordere Kreis trägt die Inschrift: MEINE SEHL IST BEDRIPT BIS IN DEN DOT 1726; nach Westen zeigt sich im Kreis eine Sonne, zwischen deren Strahlen die Buchstaben D-S-D-G-R-T-K-O-O stehen; der Sinn dieser Buchstabenkombination ist unbekannt; die gegenüberliegende Seite nach Rolfzen zu zeigt im Kreis ein Halbmondgesicht umgeben von den Worten: DER MON VERDREIBT DIE FINSTERKEIT.
der Oberbau zeigt auf der Vorderseite eine von Ornamentstreifen eingefasste Nische mit Muschelbekrönung; in der Nische ist halbplastisch der leidende Christus abgebildet, darüber stehen die Worte: CAEPIT JESUS PAVERE TAEDERE MARC. 1. 14.1  (Jesus fing an zu zittern und zu zagen)                                            

antoniusstein rolfzen detail oberer teil detail inschrift
detail darstellung sonne

den Abschluss des Antoniussteins bildet ein Dach mit vier geschweiften Giebeln; der vordere enthält die Figur und den Namen des Hl. Antonius, die übrigen sind mit verschiedenen geformten Kreuzen geziert (Quelle: 1. Wegkreuze und Bildstöcke in Steinheim von Johannes Waldhoff, Heimatbuch Steinheim, Seite 411. Herausgeber: Heimatverein Steinheim 1982; 2. Stadtarchiv Stadt Steinheim)

diese Beschreibung des Antoniussteines entspricht der des Paderborner Stadtbaurates Paul Michels aus dem Jahre 1925, der aufgrund der Sprache einen Sachsen oder Schwaben als Stifter vermutete; nach Rudolf Urhahne, Ortsheimatpfleger Rolfzen, liegen nähere Hinweise eines Einwohners namens Manfred Willeke aus Lügde vor, aus dessen Familienaufzeichnungen seiner Vorfahren, der Familien Dr. Becker in Paderborn, Frau Hurny in Pömbsen und der Familie Meyenberg; daraus geht ein Steinmetz Johann Christoph Meyenberg (1683-1757) hervor, der den Antoniusstein 1726 fertigte; wie Schwester Leonie Meyenberg aus dem St. Michaelis Kloster in Paderborn, eine Nachfahrin des Meisters, mitteilte, hat sich in der Familienüberlieferung auch eine andere Deutung der von Michels als rätselhaft empfundenen Buchstabenkombination bei der Sonne erhalten; der Volksmund hatte sie stets als die Sonne der Gerechtigkeit gedeutet: DEUS DOMINUS G(K)REATOR (Schöpfer) REDEMPTOR (Erlöser) KRETATOR (Erschöpfer) OO (der Welt und der Unendlichkeit); diese Deutung sollte Beachtung finden, da auch die Symbolik Sonne-Mond in früheren Weltanschauungen als Grundbausteine des Universums galten (Verf.); der Hl. Antonius gilt als Schutzpatron der Vergesslichen und Helfer in allen Nöten   

detail darstellung mond

Quellangaben: 1. Paul Michels, Hilligenpöstken, in: Chrsitoph Völker, Heimatbuch des Kreises Höxter, 1925, S. 123-124, 2. Rudolf Urhahne, Ortsheimatpfleger Rolfzen: Schreiben von Manfred Willeke, Lügde, 26. Juni, 2006

gedenkstein rolfzen

Rolfzen, C: ostseitige Waldrandzone Stoppelberg, nach ca. 500 m nahe des Weges, der von Obj. A nach Norden zieht

Maße: H. 0,66 m, Br. 0,61, T. 0,18, der Gedenkstein nahe eines weißen Pozessionskreuzes oberhalb des Weges an der Ostseite des Stoppelberges bezeichnet die Örtlichkeit eines Reiterunfalles mit tödlichen Ausgang; unter je dreiblättriger Verzierung im Relief die eingerilte Inschrift: Bertha/von Kahlden/gest. am 29. November/1872

dieses Geschehnis wurde durch Bernd von Kanne, (+ 2010) Gut Breitenhaupt (östl. Steinheim) dem Ortsheimatpfleger Rudolf Urhahne, Rolfzen vor einigen Jahren mitgeteilt; die zu Tode gekommene Bertha von Kahlden stand in einer nicht näher genannten Beziehung zur Stammfamilie von Kanne, Gut Breitenhaupt

Quellangaben: Mitt. R. Urhahne, Ortsheimatpfleger Rolfzen, 2010

c.2010 www.kreuzstein.eu