suehnestein tramm
detail hinweistafel andere seite

Roggenstorf, OT Tramm, Lkr. Nordwestmecklenburg, Westseite der B 105, ca. 60 m südöstl. der Gaststätte Luisenhof, ‘Krüzsteen’

Beschädigung durch Anfahren im Juni 2014 (s.u.)

Obertägige Maße: Höhe 2,20 m, Br. 0,50, T. 0,20, der in seinem Oberteil beschädigte hohe, stelenartige Kreuzstein aus Kalkstein, ähnlich einer *Beischlag- bzw. Mordwange ist ein markanter Typus des norddeutschen Raumes; die Vorderseite zeigt die eingerillte Darstellung eines aus der Bibel lesenden Heiligen, umrahmt von Spruchbändern aus gotischen Minuskeln, die bereits von Lisch um 1862 nicht mehr zu lesen waren; Rückseite arg verwittert, im oberen Bereich ein Kruzifix, darunter ein Mönch mit Krummstab eingerillt erkennbar; ursprünglich stand das Denkmal ca. 200 m östl. von der Chaussee, am ‘Moidenweg’, einem Teilstück der mittelalterlichen Handelsstraße, die von Lübeck über Dassow und Grevesmühlen nach Wismar führte; jene Wegführung durchzog das Feld von Tramm her in Richtung Prieschendorf; dieses Flurstück, ein Teil des damaligen Bauernfeldes, gehörte früher unter der Bezeichnung ‘Kreutzwiese’  zum Rittergut Lütgendorf; in der Zeit der Bodenreform 1945-46, aus Furcht der Stein könne deswegen entfernt werden, versenkte ihn der damalige Ackerbesitzer Paul Bössow etwa um 40 cm im Ackerboden, worauf er in der Folgezeit als verschollen galt; ein Foto von 1936, das den Stein an seinem Standort auf dem Bauernfeld zeigt, bewirkte 1986 die zu begrüßende Suche nach dem Denkmal; auf Initiative der Herren Hartmut Dabs und Hartwig Preß von der damaligen LPG Mallentin gelang es den vermuteten Platz zu lokalisieren und nach tieferen Pflügen den Stein zu finden, wobei dieser in zwei Teile zerbrach, doch fehlte bereits das Kopfende, wie auch schon auf dem Foto von 1936; als der Platz am 150 Jahre alten Gasthof Luisenhof für den neuen Stadtort auserkoren wurde, erfolgte nach der Restaurierung durch den Grevesmühler Steinmetz Rolf Bruhn noch im gleichen Jahr die Neuaufstellung; eine überlieferte Lesung der Inschrift aus dem Jahre 1792 berichtet vom Tod eines Greifswalder Bürgers im Jahre 1359; das Denkmal wurde um 1896 ‘Krüzsteen’ genannt (Verf.) 

Quellangaben: Lit.: 1. Lkr. Nordwestmecklenburg, Untere Denkmalschutzbehörde, Hinweistafeln vor Ort, Internet: 1. ...wikipedia.org-Liste der Baudenkmale in Roggenstorf: Tramm, Sühnestein, 2. ...service.mvnet.de-Sühnesteine.pdf

*Beischlagswange: Beischlag: Terrasse mit Brüstung und Freitreppe in der gesamten Breite des Hauses an der Straßenseite, ersetzt im Ost- und Nordseeeraum den Garten des Stadthauses und schützt Erdgeschoß und Hauseingang mit Diele vor Hochwasser; Wange: meist mit religiösen Darstellungen verzierte Steinstelen, oft mit runden Oberteil aber auch nur rechteckig, paarweise an Treppenaufgängen des Beischlages aufgestellt oder an den Seiten von Bänken usw. daraus Mordwange hervorgegangen (Quelle: ...wikipedia.org-wiki-Beischlag)

situation september 2014 rueckseite

c.2008   www.kreuzstein.eu

standort september 2014 situation september 2014

nach Auskunft der Betreiber des Gasthofes Luisenhof an Verf. im September 2014 wurde das Denkmal im Juni 2014 von einem PKW angefahren, worauf etwa die obere Hälfte abbrach; das abgebrochene Teil liegt derzeit mit der Rückseite nach oben vor Ort am Boden (Verf.)