bruderkreuz hagelloch andere seite steinkreuz hagelloch schoenbuch

Tübingen, Lkr. Tübingen, Naturpark Schönbuch, A: OT Unterjesingen, ca. 3,1 km vom Ort, ca. 250 m südl. der Straße Hagelloch-Hohenentringen ca. 100 m vom Herrschaftsweg im ‘Brudergarten’ (Waldabteilung) ‘Bruderkreuz’ (Stubensandstein)

Obertägige Maße: Höhe 1,07 m, Br. 0,66, T. 0,17, das lat. Steinkreuz weist neben partiellen Abschlägen im Schaft und am Kopfansatz je einen restaurierten Komplettdurchbruch auf (1960) der Schaft verbreitert sich trapezförmig; die Vorderseite zeigt die eingetiefte Darstellung einer sog. Saufeder, eine mittelalterl. Jagdwaffe, speziell zum Erlegen gestellter Wildschweine (kurzer Spieß mit breiter Klinge, vom Jäger dem anrennenden Tier zwischen Kopf und Brust gestoßen auch bei geübter Handhabung eine nicht ungefährliche Jagd) am rechten Kreuzarm die eingehauene Jahreszahl ‘1831’ eine Zugabe, die mit dem Ursprung des Denkmales nichts zu tun hat, da es weitaus älter ist; rückseitig eine mit schwarzer Farbe nach gezogene eingetiefte Darstellung, die einer einwandfreien Deutung bedarf; bezüglich der Aussage der Vorderseite könnte es sich hier um die Hauer eines Wildschweines und einer Schuhsohle handeln, etwa im Sinne des Todes eines Jägers durch ein verfolgendes Wildschwein, wobei damit auch ein Motiv für die Setzung des Kreuzes gegeben wäre (Verf.) in der Lit. B. Losch wird ein liegendes Messer mit darüber aufrechtstehender Schuhsohle gedeutet u. folgendes nach volkstümlicher Überlieferung: ein Bauer von Hagelloch oder Hohenentringen, der auf dem Tübinger oder Entringer Markt Ochsen verkauft hatte, wurde auf dem Heimweg wegen des Geldes umgebracht (Quelle: W. Mönch, Durchs Tübinger Himbachtal Hohenentringen zu, in: B II. des SAV, 1927, Sp. 140-143 bzw. Karl Zeeb, Sühne-wofür ?, in: Schwäb. Tagesblatt, Tübingen, 25. 3. 1966) ein Bruder vom nahen Bruderhaus soll von einem Räuber erschlagen worden sein oder zwei Brüder sollen sich ggs. erschlagen haben (Quelle: 1.K. Zeeb, 2. G. Herre, Des Schönbuchs stumme Zeugen, 1973)

Quellangaben: Bildquelle: ...denksteine-schoenbuch.de, Lit.: 1. Bernhard Losch, Sühne und Gedenken Steinkreuze in Baden-Württemberg, Stuttgart 1981, S. 285-286

B: Tübingen, OT Unterjesingen, ca. 2,2 km nördl. vom Ort im Wald nahe der Markungsgrenze gegen Ammerbuch (Pfäffingen) am Ostabhang des Härtlesberg, ‘Härtlesstein’ (s.r.)   

Obertägige Maße: Höhe 0,80 m, Br. 0,68, T. 0,23, das schlichte einfache Steinkreuz lat. Form aus Stubendandstein zeigt etwa im Kreuzungsfeld die eingehauene Darstellung einer Pflugschar, die die Jahreszahl ‘1508’ in zwei Zifferngruppen teilt, ein oft auf Sühnemalen zu beobachtendes Symbol, das dem Bauernstand, bzw. Landmann zugeordnet werden kann (Verf.) weitere Angaben in Lit. B. Losch: Jahreszahl: ? 1534-1545-1548-1549; nach volkstümlicher Überlieferung Benennung Pest- oder Schwedenkreuz u. Härtlesstein (Quelle: R. Wetzel, 1958) Sage: ein Bauer, der Ochsen verkaufte wurde auf dem Heimweg umgebracht (wie Bruderkreuz, s.o.)

Quellangaben: Bildquelle: ...denksteine-schoenbuch.de, Lit.: 1. B. Losch, s.o. S. 285

hauschkreuz schoenbuch
hans man kreuz
pfeifferstein

C: Tübingen, OT Bebenhausen, ca. 1 km nördl. vom Ort, Flur Weihersteige, westseitig an der Böblingerstr., 200 m südl. der Einmündung Bretterzaunweg (Roter Graben, unterhalb Widenmann) Hauschkreuz

Maße: Höhe 1,25 m, Br. 0,56, T. 0,20, das Steinkreuz neuerer Zeit steht am Platze eines tödlichen Unglücksfalles; auf der Vorderseite die eingetiefte Inschrift: ‘Konrad Hausch / Forstwächter in Unterjesingen’ Rückseite: ‘gest. d. 29. März 1883’, Hausch soll angeblich von der Wildschweinjagd auf dem Wege zum Mittagessen gewesen sein, als er ausrutschte, wobei sich durch den Sturz ein Schuss aus seinem geschulterten Gewehr löste, der ihn tödlich im Genick traf (Quelle: Lit. 1. W. Hahn, Der Waldwanderer im Schönbuch, Weil im Schönbuch 1972, S. 54, 2. G. Herre, 1973)

Quellangaben: Bildquelle: ...denksteine-schoenbuch.de m. Standortbeschreibung u. Überlieferung Hahn, S. 54, Lit.: 1. B. Losch, s. o. S. 283 (daraus obige Quellang.) 2. W. Hahn, S. 54

D: Tübingen, OT Bebenhausen, ca. 1,3 km nordwestl. vom Ort, Waldabt. Fohlenweide,  Winterkaltenbüchle, hintere Wiese hinter Baum, 100 m südl. des Kaltenbüchleweg (oberh. ehem. Parkanl. m. Pavillon) ‘Hans-Man-Kreuz / Hanstein’

Obertägige Maße: Höhe 0,70 m, Br. 0,66, T. 0,25, das Steinkreuz lat. Form zeigt auf der Ansichtsseite am Kopf die eingetiefte Jahreszahl 1635, sowie entlang der Kreuzarme den Schriftzug ‘HANS MAN’, das Denkmal stammt aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, wobei der Setzungsgrund unbekannt ist

Quellangaben: Bildquelle: ...denksteine-schoenbuch.de m. Standortangabe, Lit.: 1. B. Losch, s. o. S. 284 m. volkstüml. Benennung Hanstein

E: Tübingen, OT Bebenhausen, ca. 1 km nordöstl. vom Ort am Kirnberghang, am Weg, der vom  Einsiedler Sträßle nach Süden abzweigt, ‘Pfeifferstein’

 Obertägige Maße: Höhe 0,74 m, Br. 0,63, T. 0,20, das Steinkreuz neuerer Zeit zeigt auf der Vorderseite die eingetiefte Inschrift: ‘Wilhelm Pfeiffer / 26. Febr. / 1822’, Rückseite: ‘Jäger / Mordplatz’, der 16-jährige Forstlehrling W. Pfeiffer aus Stuttgart wurde von aufgebrachten Bürgern aus Bebenhausen erschlagen, als er hier allein unterwegs war; zwischen Bevölkerung und Forstleuten herrschte in jener Zeit auf Grund verschärfter Strafen für Waldfrevel ein feindseliges Verhältnis (Quelle: ...denksteine-schoenbuch.de) angebl. Grabstein in Bebenhausen, wonach man den Forstinspizient Wilhelm Jacob Pfeiffer am 4. März 1822 grausam zugerichtet fand (Quelle: Lit. B. Losch m. Ang. 26. 2.) am 27. 2. 1822 getötet (Quelle: 1. G. Herre, 1973, 2. W. Hahn, 1972, S. 55)

Quellangaben: Bildquelle: ...denksteine-schoenbuch.de m. Beschreibung, Lit.: 1. B. Losch, s.o. S. 283 (daraus obige Quellang.)

vogtstein
schwedenkreuz tuebingen

F: Tübingen, OT Lustnau, ca. 4 km nordöstl. des Ortes an der Bärlochallee (Nord-Süd- Weg westl. des Kirnbachtales, nördl. Mauterswiese) ‘Vogtstein’

Obertägige Maße: Höhe 0,65 m, Br. 0,52, T. 0,15, das Steinkreuz neuerer Zeit zeigt auf der Vorderseite ein vertieftes Inschriftsfeld mit dem eingetieften Namenszug:’Bernhart Vogt’ Rückseite: ‘gest. den 18. Jan. 1885’, der Bauer Vogt aus Walddorf verkaufte auf dem Tübinger Markt ein paar Ochsen und fiel auf dem Rückweg einem Raubmord zum Opfer (Quelle: 1. W. Hahn, 1972, S. 53, 2. G. Herre, 1973)

Quellangaben: Bildquelle: ...denksteine-schoenbuch.de m. Ang. W. Hahn, Lit.: 1. B. Losch, s. o. S. 285 (daraus obige Quellang. m. Ang. W. Hahn)

G: Tübingen, OT Lustnau, ca. 4 km nördl. vom Ort am Walddorfer Sträßle (Langrückensträßchen) Waldabt. Langer Rücken, an der Kreuzbuche, ‘Schwedenkreuz’

Obertägige Maße: Höhe 0,47 m, Br. 0,45, T. 0,14, das gedrungene Steinkreuz lat. Form zeigt in vertieftem Inschriftsfeld die eingerillte Jahreszahl ‘1634’ darunter im Schaft die Initialen ‘I B’ sowie im nicht sichtbaren unteren Schaft Darstellung einer Pflugschar mit Spitze nach oben (Quelle: Lit. B. Losch) die Bezeichnung Schwedenkreuz dürfte ein Resultat hinsichtlich der Jahreszahl 1634 sein, ein Kriegsjahr des Dreißigjährigen Krieges, das besonders für die Region Schönbuch von Bedeutung war; nach der Schlacht bei Nördlingen, am 6. 9. 1634, als die Schweden und ihre protestantisch deutschen Verbündeten von den kaiserlich-habsburgischen Truppen besiegt wurden, fielen am 8. 9. auch kaiserliche Reiter in den Schönbuch ein und töteten eine Reihe von Personen (frei nach W. Hahn, S. 61) in diesem Zusammenhang könnte auch das Hans-Man-Kreuz gesehen werden (Verf.) um 1970 erfolgte eine Neuaufstellung auf Betonsockel (Quelle: Lit. B. Losch)

Quellangaben: Bildquelle: ...denksteine-schoenbuch.de m. Standortang. u. Ang. W. Hahn, S. 61, Lit.: 1. B. Losch, s.o. S. 285 (daraus Quellang. von R. Ströbel, Sammlung von Steinkreuz-Beschreibungen Kreis Tübingen und Umgebung, 1928, R. Wetzel, Pflugschar und Pflugscharzeichen, in: BII, SAV 64, 1958, S. 35, G. Herre, 1973 Ang. Pflugschar)

c.2009   www.kreuzstein.eu