kreuzstein walkenried andere seite
standort kupferberg

Walkenried, Lkr. Osterode a. Harz, östl. Ortsrand, auf dem Kupferberg, ‘Pilgerstein’

Obertägige Maße: Höhe 0,62 m, Br. 0,56, T. 0,18, der ‘Pilgerstein’ genannte Kreuzstein aus Kalkstein mit rundem Oberteil ist arg verwittert und weist neben kleineren Beschädigungen einen Schrägabschlag, sowie vermutlich einen durch Abbruch verkürzten Schaft auf; Vorderseite, s.r., zeigt auf vertiefter, gerahmter Kreisfläche ein got. nasenbesetztes Kreuz, dessen Enden vom Rand getrennt sind; auf der Rückseite ein Wiederkreuz in gleicher Situation; Pilgerstein werden auch die Denkmale in Bad Sachsa genannt (Verf.)

Quellangaben: Lit.: 1. W. Müller-E. H. Baumann, Kreuzsteine und Steinkreuze in Niedersachsen, Bremen und Hamburg, 1988, S. 239, daraus: 2. W. Barner, in: Die Kunde, NF 8, Heft 3-4, Hildesheim 1957, S. 175-186, 3. W. Kalthammer, in: Das Kleindenkmal, 5. Jg., Nr. 8, Trebur 1981a, S. 1 u. 1982b, S. 109-110 u. 1976,  S. 125, 4. R. Krieg, Die Steinkreuze am und im Harz, in: Der Harz, Wernigerode 1922, S. 139, 5. A. Rein, in: Deister Weser Zeitung, Hameln, 22. 4. 1983, 6. W. Reinboth, in: Göttinger Tagesblatt, 24. 12. 1965, 7. P. Schwarz, Mordsteine, in: Die Spinnstube, 1. Jg., Nr. 15, Göttingen, 13. 4. 1924

kopie lit. p. lehmann 2013
kopie lit. w. mueller-e.h. baumann 1988

Altenau, OT Torfhaus, Lkr. Goslar, ca. 1 km nördl. des Ortes, Nordhang Lerchenkopf, östl. des alten Fußweges nach Harzburg, ca. 200 m südl. des Ulmer Weg / Jobst-Peter-Weg, ‘Jopst-Peter-Stein’

Maße: (geschätzt) Höhe 0,90 m, Br. 0,65, T. 0,30, der gerundete Kreuzstein zeigt ein eingetieftes gleicharmiges Balkenkreuz, das in ein Inschriftsfeld ausläuft, darunter die eingehauene Jahreszahl ‘1730’:                ‘JOPST PETER’

der Standort des angeblich noch vorhandenen Denkmals liegt im nur eingeschränkt zugänglichen, hier äußerst unwegsamen Bereich des Nationalparkes, in der Waldabteilung 117 (preuß. Meßtischblatt); der Stein wurde 1901 von Forstarbeitern beim Durchforsten des Waldstückes entdeckt und durch das damalige Harzburger Wochenblatt erstmalig öffentlich publiziert mit der Geschichte, dass der Postillion Jobst Peter mit seinem Postwagen auf dem Wege von Braunschweig nach Leipzig hier überfallen, beraubt und getötet wurde; im Jahre 1915 fand der Harzburger Altertumskundler R. Wieries beim Studium alter Gestütsakten einen Vermerk über eine Gestütsweide von 1777, aus der die diesbezügliche Nutzung des Steines als Grenzmarke hervorging und näher beschrieben wurde: ‘... ist ein Grenzstein auf den Lerchenköpfen wo vor langen Jahren im Winter ein Bote Nahmens Georg Speter auf diese stelle um das Leben gekommen, und erst nach 6 Monaten einige Knochen und Kleidungsstücke von einem Wildenhirten Joachim Buritz gefunden, und auch dieser stelle begraben’ 

Wieries vermutete, dass ein Bote namens Georg Speter im Winter 1730 vom nahe vorbeiführenden Fußwege Harzburg-Braunlage im Schneesturm abkam und erfror; nachweislich kam der Name ‘Speter’ oder ‘Später’ im Harz durchaus vor, wobei speziell ein Georg Speter nicht ermittelt werden konnte; Gegen diesen Namen spricht jedoch die Tatsache, dass die Inschrift auf dem Stein eindeutig ‘Jopst Peter’ belegt und auch nicht Jo’b’st Peter, wie oft später fälschlicherweise literarisch erfasst

nach W. Kalthammer, Seesen, ist der Schriftzug überarbeitet worden, in Lit. W. Müller-E. H. Baumann mit: ‘Job Speter’ angegeben, daraus nachstehende Sagen: 1. ein Postwagen wurde ausgeraubt, wobei der Postillion Jobst Peter getötet wurde, 2. der Salzhauer Jobst Peter ist hier getötet worden, 3. der Bote Georg Speter ist im Winter 1730 umgekommen, worauf nach einem halben Jahr die aufgefundenen Leichenreste hier begraben wurden (Verf.)

Quellangaben: Lit.: 1. Peter Lehmann, in: geachtet-geleugnet-geehrt, Neues zum Jopst-Peter-Stein bei Torfhaus - ist das Rätsel gelöst ?, Bad Harzburg Nov. 2013, S. 141-142 (daraus Kopie), 2. Konrad Motz, in: Unser Harz, Jopst-Peter-Stein, Sept. 2014, 3. Werner Müller-E. H. Baumann, Kreuzsteine und Steinkreuze in Niedersachsen, Bremen und Hamburg, 1988, S. 216 (daraus Kopie: Zeichnung von Fischer, 1909), daraus: 4. Groscut-Ernesti, Das Gantze Hoch-Fürstl. Braunschw.-Lüneburg. Communion Haartz, 1860, (sog. Forstabrißbuch) Stadtarchiv Lüneburg, 5. W. Kalthammer, Ein geheimnisvoller Gedenkstein nahe dem Torfhaus, Der Jop-Speter-Stein, in: Unser Harz, 28. Jg., Nr. 6, Clausthal-Zellerf. 1980, S. 113-114, 6. Kasch, Beiträge zur Geschichte und Entwicklung des Torfhauses, in: Zeitschrift des Harzvereins, Goslar 1911, 7. H. Raabe, Geschichte der Siedlung Torfhaus, Selbstverlag Sporthotel Brockenhaus o.J., 8. O. Thielemann, Alte Kreuzsteine und Steinkreuze im Raum Goslar, in: Niedersachsen, 74. Jg., Heft 2, Wunstorf Juni 1974, S. 79, 9. K. Th. Weigel, Von Steinkreuzen und Sühnesteinen im Harz, in: Magdeb. Zeitung 1931, 10. W. Werner, Der Jobst-Peter-Stein verschollen, in: Unser Harz, 31. Jg., Clausth.-Zellerf. Mai 1983 

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